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1.
Tag: |
MARRAKESCH Flughaften - Hotel "Gallia" | ||
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2. Tag: |
102 km, 1.000 hm |
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3. Tag: |
95 km, 1.850 hm |
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4. Tag: |
92 km, 1.340 hm |
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5. Tag: |
56 km, 400 hm |
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6. Tag: |
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7. Tag: |
96 km, 1.250 hm |
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8. Tag: |
111 km, 500 hm |
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9. Tag: |
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10. Tag: |
27 km, 625 hm |
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11. Tag: |
110 km, 1.350 hm |
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12. Tag |
127 km, 1.850 hm |
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| 13. Tag | |||
| 14. Tag | 114 km, 2.050 hm | ||
| 15. Tag | 112 km, 300 hm | ||
| 16. - 18. Tag | AGADIR | ||
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Nach 48 km finden wir in der Nähe von Ait Ourir direkt an der Hauptstraße eine Hotelanlage mit angeschlossenem Restaurant, wo wir die klassische marokkanische Mahlzeit – Fleischspieße und Tajine (Eintopfgericht mit Gemüse und etwas Hühner- oder Rindfleisch, für Ausdauersportler nur bedingt geeignet) genießen. Ein kurzes Stück zurück und wir radeln auf unbefahrener Nebenstraße bergauf in das Atlas-Vorgebirge bis Tidili Mesfioua, ab hier geht es wieder offroad weiter. Ein schöner Downhill und wir erreichen den ersten wirklich wasserführenden Fluss kurz vor Timezzlit, dort geht es auf Asphalt bergauf, bis wieder die Hauptstraße erreicht ist. Am Ortsanfang von Twama fällt gleich das Hotel „Dar Oudar“ auf – wir werden es später noch brauchen können. In der Hoffnung, die Abzweigung der Piste ostwärts Richtung Sidi Rahal bald zu finden, radeln wir die Straße Richtung Tizi-n-Ticka ein gutes Stück bergauf, bis wir feststellen müssen, dass die Abzweigung entgegen unserer Karte direkt im Ort sein muss. Also zurück und bei der einzigen Kreuzung des Dorfes abzweigen, die Straße geht bald in eine Piste über, der wir in der Hoffnung folgen, angesichts des schönen Wetters und des noch verbleibenden Tageslichts Sidi Rahal heute noch erreichen zu können.
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Außer uns ist der einzige Gast im Hotel ein radelnder Niederländer, beim Abendessen erfolgt ein kurzer Erfahrungsaustausch. |
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Neuer Tag, neuer Versuch, offroad nach Westen zu kommen. Bei der gestrigen Abzweigung fahren wir diesmal geradeaus in der Erwartung, dass sich die beiden Pisten vereinen werden, zumal das Tal des breiten Ghadal-Flusses bald zu sehen ist. Aber wieder endet unsere Piste in einen kleinen Dorf ein schönes Stück oberhalb des Tals – unser Versuch, uns direkt durchzuschlagen, endet in einem Feld und dank der stacheligen Feldbegrenzung auch mit je einem Platten bei Tom und bei mir.
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Ein Dorfbewohner zeigt uns aber einen schön zu fahrenden Singletrack – auf diesem werden wir die Ortschaft auf dem gegenüberliegenden Hügelzug und damit die andere Piste (deren Abzweigung uns allerdings für immer verborgen bleiben wird) erreichen können. Eine kurze Tragepassage über den Bach – hier sind die Kinder des Dorfes dankbar für die Abwechslung, die wir ihnen bieten. Rauf ins Dorf können nur die letzten Meter gefahren werden, mit dem Erreichen des Fahrwegs, der die Siedlung mit dem Rest der Welt verbindet, können wir die Kinderschar abschütteln und sind jetzt zweifelsfrei auf Kurs. |
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Die Piste fällt langsam, aber stetig in Richtung Flusstal ab und endet mit dem Erreichen des Ufers – Brücke gibt es keine, drüben geht es sichtbar weiter. Die jetzt folgende Kneipp-Kur tut aber gut, der Fluss ist nicht tief und am anderen Ufer erkennen wir bald die Abzweigung der Piste Richtung Sidi Rahal – diesen Ort hätten wir gestern vor Einbruch der Dunkelheit sicher nicht mehr erreicht, die Umkehr war die richtige Entscheidung.
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Wir hatten eigentlich geplant, heute noch den Tizi-nTicka zu überqueren, angesichts der fortgeschrittenen Tageszeit ist daran nicht einmal zu denken – eher müssen wir uns um ein Nachtquartier umschauen. Nach einer kurzen Stärkung in einem kleinen Laden werden die letzten Kilometer, jetzt auf Asphalt auf der am späten Nachmittag kaum befahrenen Hauptstraße, in Angriff genommen. Einziger nennenswerter Ort vor der Passhöhe ist Taddert – ein abgefuckt-staubiges Straßendorf, dessen hauptsächliche Funktion als Pausenort für die Linienbusse und als Standort der Schneeräumgeräte für die Passstraße zu sein scheint. Und es gibt ein Gebäude, dass man nur aufgrund der Fassadenaufschrift und unter Zuhilfenahme von Phantasie als Hotel identifizieren könnte – ist jedoch geschlossen, so bleibt uns der Anblick der Zimmer erspart.
Da der Durchlauferhitzer erst in Gang gebracht werden muss - was einige Zeit kostet und den Besuch zweier Fachkundiger erfordert – ziehe ich die Dusche im örtlichen Hamam – auf der anderen Straßenseite gelegen – vor. Das macht zwar auch nicht einen besonders einladenden Eindruck, aber mal sehen, was da so kommt. Den Touristenpreis von 10 DH bezahlt und schon wird mir ein großer roter und ein kleiner blauer Plastikkübel ausgehändigt. Eigentlich wäre es gescheit gewesen, neben dem Zivilgewand noch die Badehose mitzunehmen, zurückgehen will ich aber nicht, daher bedecke ich meinen Unterleib mit dem schnelltrocknenden Outdoor-Handtuch, das aber (aus Gewichtsgründen...) für diesen Zweck etwas knapp bemessen ist und öffne die Eisentüre in den nächsten Raum. Der ist ziemlich groß, hat aber außer zwei Wasserhähnen nichts zu bieten – Duschköpfe gibt es nicht. Im nächsten Raum scheint die Luftfeuchtigkeit noch höher zu sein – in den Wasserdampfschwaden sind zwei Marokkaner zu erkennen, die sich mit dem Inhalt des Kübels abspritzen, die Unterhose haben sie an. Gut, offenbar sind hier die Sitten etwas strenger als in der finnischen Sauna – ich stehe also ziemlich verloren mit meinen zwei Kübeln und dem Shampoo in der einen und mit dem Handtuch in der anderen Hand im ersten Raum – jetzt muss etwas passieren. Es gibt ja noch die zwei Wasserhähne – der eine liefert Warm-, der andere Kaltwasser. Ich mische mir also im großen Kübel eine erträgliche Mischung und gieße mir den Kübelinhalt über den Kopf – da nackt, immer darauf hoffend, dass die Genossen im anderen Raum noch beschäftigt sind. Die Haare und der Rest des Körpers sind schnell eingeseift, schnell ist noch ein weiterer großer Kübel eingelassen. Mit dem kleinen Kübel schöpfe ich daraus das Wasser zum abspülen, funktioniert ganz gut. In Rekordzeit bin ich mit dem nur beschränkt saugfähigen Handtuch abgetrocknet und gebe die Utensilien zurück – das war also mein Hamam-Besuch, mangels Mitbadender in meinem Raum sogar kulturell verträglich...
Während der Mahlzeit erscheint unser Entwicklungschef und verlangt die Pässe, soll er haben. Ein paar Fleischspieße und Getränke später bringt ein anderer die Pässe zurück und präsentiert uns drei Formulare, die auszufüllen sind – mit der Übernachtung von drei Gästen sind so zumindest schon mal zwei Personen beschäftigt. |
Karges Frühstück in karger Gebirgslandschaft – es gibt Tee mit Keksen. Nach ein paar Kilometern entlang der Passstraße taucht Taddert 2 auf – ähnlich einladend wie Taddert 1 gestern.
Die den Wasserlauf begrenzenden Felsen wurden oft ausgehöhlt, möglicherweise als Stall, vielleicht auch zu Wohnzwecken. Die Piste ist durchaus anspruchsvoll – hier sind die Mountainbikes absolut richtig am Platz, die Federgabeln müssen bei den kurzen Abfahrten kräftig arbeiten. Wir überholen das öffentliche Nahverkehrsmittel in Form eines Uralt-Ford-Transits – der Fahrer muss im Schritttempo durch die Steine zirkeln und wird für die Strecke wohl doppelt so lange brauchen wie wir. Nach 64 km in Ait Oumazir gibt es ein Gite d’etap direkt neben der Piste, wir stärken uns mit Cola, Keksen und den mitgebrachten Riegeln, langsam wäre was Richtiges zum Essen nicht schlecht.
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Noch stehen einige Kilometer auf der holprigen Piste an, dann ein markanter Felsabbruch – ausgerechnet hier in er fast menschenleeren Gegend wieder ein Souvenirhändler, dem eine Standortberatung durch die örtliche Wirtschaftskammer nicht schaden würde.
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Ein letzter Blick auf die Burg von Aid-Benhaddou und dann zweigen wir im Ort schräg nach rechts ab – die vielen Wege vereinigen sich bald zu einer einzigen Piste, die offenbar einmal zu einer Straße ausgebaut werden soll, ein paar einsam in der Landschaft stehende Betonröhren über Bachquerungen werden vielleicht einmal zu Brücken... In der weitläufigen Steinwünstenlandschaft fällt die Orientierung bei den Abzweigungen nicht schwer und bald sieht man schon eine Siedlung – dort müsste die Hauptstraße nach Ouarzazate verlaufen. Die ganz gut befahrbare Piste endet bei den ersten Häusern, unser Interesse erweckt aber das Treiben am Ortsende – es ist Markttag, eine gute Gelegenheit, ein paar Vitamine aufzunehmen.
Reger Betrieb hier, von allen erdenklichen Haushaltsgeräten bis zu Gewürzen gibt es alles zu kaufen – auch Schlangenhäute und sonstige Mittelchen, deren Wirksamkeit ein betagter Händler durch allerlei zirkusreife Verrenkungen demonstriert – der Typ ist aber wirklich gut, bringt locker sein Bein hinter den Kopf und steht mit dem anderen auf... er dürfte aber auch kein Radler sein und hat daher weniger unter verkürzten Muskeln zu leiden. Wir erstehen ein paar Bananen, die gleich an Ort und Stelle verzehrt werden – die auf der Mauer liegende Banane schnappt sich ein Esel – die meisten schauen aber eh so aus, als ob sie einen Vitaminstoss nötig hätten. Wir fahren einen knappen Kilometer auf neu aufgetragenem carbonlaufradtauglichen Asphalt und wechseln dann wieder auf Schotter – am anderen Ufer (des ausgetrockneten Flusses) ist der Ort Tikirt zu erkennen, eine Piste von dort aus wird uns zu unserem Tagesziel führen. Von den zahlreichen Wegen, die in die Steinhügel abzweigen, erwischen wir den richtigen – es geht stetig bergauf bis zu einen kleinen Pass – von dort aus hat man schönen Blick auf die weitläufige Steinlandschaft, ein paar Felsberge dazwischen. Leider verliere ich auf der folgenden Rüttelabfahrt hinab in ein grünes Flusstal mit kleiner Oase die in der Rückentasche des Trikots eingesteckte Wanderkarte – nach Ouarzazate werden wir auch so finden, aber für die nächste Etappe doch ein schmerzlicher Verlust. Wir überlegen kurz, zurückzufahren – wegen dem stetigen Wind, der die Karte wahrscheinlich schon verweht hat, wird diese Option wieder verworfen. Wir bleiben bei den zahlreichen Abzweigungen auf dem, was wir als Hauptpiste definieren und liegen dabei richtig – als uns ein Plattfuss an Michls Vorderrad stoppt, registrieren Tom und ich erstmal so richtig die absolute Stille, die uns hier in der Steinlandschaft umgibt – kein Auto, kein Flugzeug, einfach gar nichts (nicht mal das Summen oder Brummen eines Insekts) – auch eine neue Erfahrung.
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Wir erreichen wieder Hauptstraße und Fluss beim Ort Oued Tifoultoute (41 km). Es gibt ein nettes Restaurant, wir machen es uns auf der Dachterrasse gemütlich. Angenehm, dass wir heute nicht im Stress sind, das Essen ist zwar ganz gut (auch wenn es wieder einmal Tajine und Spieße gibt, wahrscheinlich auch für Gerard Depardieu, der nach einem Foto (mit Obelix-Kostüm) hier logiert hat), aber die Bedienung ist unendlich langsam und kriegt unsere gar nicht so komplizierten Bestellungen einfach nicht auf die Reihe – zwischen Küche und Dachterrasse sind aber auch zwei Stockwerke zu überwinden. Es verwundert nicht, dass unserem Kellner als Mittelfeldspieler bei der Mannschaft von Ouarzazate (wo er laut eigener Aussage gewirkt hat) keine große Karriere beschieden war – wenn er da eine ähnliche Power wie in seine Kellnertätigkeit gelegt hat, hätten er sogar gegen mich keinen Ball gesehen... Wir drehen wider Willen (Versuche, das breite Flussbett zu queren, schlagen fehl) noch eine Ehrenrunde um das auf dem anderen Ufer gelegene Ouarzazate, erreichen den Ort dann letztendlich von Süden über eine lange Brücke. Der schöne warme Tag veranlasst einige Kinder, in dem nicht ausgesprochen einladenden Gewässer zu planschen.
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Um in den für mich interessanten Teil des Dorfes zu kommen, muss ich den Fluss queren – hier ist heute offenbar Waschtag. Eine stattliche Anzahl Frauen in bunten Gewändern ist mit Wäschewaschen beschäftigt, scheint ausschließlich in die feminine Zuständigkeit zu fallen. Bevor ich wieder die zwei Serpentinen in Angriff nehmen, teste ich noch den abzweigenden Fahrweg weiter nach Süden, der endet in einem Dorf, wo ich gleich von der Kinderschar empfangen werde. Zu meiner Überraschung interessieren die sich weniger für Stylos, Dirhams oder Bonbons, sondern für mein Fahrrad und mich – besonders die Federgabel hat es ihnen angetan und ich werde unmissverständlich aufgefordert, ihre Wirkung zu demonstrieren. Also reiße ich den Lenker ein paar Mal in die Höhe und lasse die Gabel einfedern, als Draufgabe demonstriere ich noch einen Bunny-Hop, für den ich richtigen Applaus kassiere. Damit sind aber meine technischen Fähigkeiten schon ausgeschöpft und ich fahre wieder zurück. Mitten auf der Steigung bittet mich ein Jugendlicher um meine Pumpe – hoffnungsloser Fall, der Schlauch ist kaputt. Ich opfere also meinen frisch geflickten Ersatzschlauch – lange wird auch der nicht halten, der Reifen ist bis auf das Gewerbe abgefahren. Um die nächste Panne hinauszuzögern, lege ich den defekten Schlauch zwischen Reifen und neuen Schlauch, weise aber meinen Freund darauf hin, dass er sich dringend einen neuen Reifen besorgen sollte. Radeln scheint nicht seine Stärke zu sein – obwohl im Besitz eines (für marokkanische Verhältnisse) annehmbaren vollgefederten Rades mit halbwegs funktionierender Schaltung fährt er nur auf dem mittleren Kettenblatt und schickt sich an, die (wirklich nicht steile) Straße hinaufzuschieben – ich kann nicht zusehen, tausche Rad und demonstriere ihm, wie man auch mit seinem Gerät das kurze Stück fahrend bewältigen kann. Ahja – oben erwartet mich der Typ von vorhin, der offenbar noch immer auf etwas wartet oder dem einfach nur fad ist – wir grüssen uns freundlich. Wenn er auch nichts konkretes tut, so scheint er mit sich und der Welt zufrieden zu sein – das stundenlange Betrachten der Steinwüste wäre für den aktivitätsgewohnten Mitteleuropäer eine Herausforderung. Bei der Rückfahrt teste ich noch die eine oder andere Abzweigung – Pisten und Fußwege führen kreuz und quer durch die Steinhügel, hier könnte man sich mit dem Bike tagelang beschäftigen. Nach insgesamt 40 km bin ich zurück in Ouarzazate und fahre zuerst einmal zur Tankstelle um das Rad endlich abzuspritzen – um nur ein paar Dirhams mehr wurden die Räder von Michl und Tom bei einer anderen Tankstelle sogar händisch eingeseift und getrocknet. |
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Kurz bevor die Straße wieder Talgrund erreicht dann die unübersehbare Markierung zum Wasserfall (72 km) – auch diese Piste ist sehr schön zu fahren, kurze Gegensteigungen stören nicht. Unten im Tal erkennt man dann zuerst einen Fußballplatz (Torwart möchte ich hier wegen der herumliegenden Steine am natürlich rasenlosen Spielfeld nicht unbedingt sein) und kurz danach soll der Wasserfall auftauchen – er ist nur mangels Wasser geschlossen, die im Reiseführer versprochene Imbissmöglichkeit gibt es natürlich auch nicht – außer uns ist eigentlich überhaut niemand zu sehen.
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Wir trinken trotzdem jeder einen halben Liter von lauwarmen süßen Zeugs undefinierbarer Geschmacksrichtung (meines hätte Apfel sein sollen) und trösten uns mit der schönen Landschaft – ein schmales Band satten Grüns entlang des Flusses, rechts und links von hohen Felsen begrenzt, die Farbe der Häuser in den Siedlungen passt perfekt zu den Hügeln, nur die Türme der Moscheen leuchten meistens in strahlendem Weiß.
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Wieder überqueren wir den Fluss und biegen nach kurzem Stück auf der Asphaltstraße in die Piste entlang des linken Draa-Ufers ein. Leider hat sich der Himmel etwas überzogen und kurzzeitig schaut es sogar nach Regen aus, der dann aber doch nicht kommt. Fast jede Siedlung hat eine Kasbah, es gibt wieder einiges zum Fotografieren, auch immer wieder auftauchende Gegensteigungen verlangsamen unser Vorwärtskommen. In einer Siedlung begehrt dann die Kinderschar die auf meinem Gepäckträger befestigte halbleere Wasserflasche – entweder ist hier das Trinkwasser echt ein Problem oder die Kids wollen unbedingt eine Pet-Flasche von einem Touristen als eine Art Trophäe – jedenfalls raufen sie sich regelrecht um die Flasche. Wir schauen, dass wir schnell weiterkommen, bevor weitere Begehrlichkeiten entwickelt werden...
Und es werden schon Pläne für die Weiterfahrt geschmiedet – zur Debatte steht Radeln nach Tata, um den Antiatlas von Süden aufzurollen. Das wären halt viele Kilometer auf Wüstenpisten – dafür sind wir nur beschränkt ausgerüstet, die Wetterprognose verheißt starken Wind => Sandsturm. Die Alternative wäre ein Transfer per (Gelände)Auto, mal sehen, wie viel so etwas kosten würde („normale“ Busse oder Grand Taxis fahren diese Strecke nicht). Und so entdecken wir während des Abendspazierganges unweit unserer Quartiers in einer Autowerkstätte einen japanischen Pick-Up-Geländewagen mit zwei Sitzreihen vorne – genau so etwas bräuchten wir. Ich frage einfach einmal, ob dieses Ding zu mieten sei – ist er natürlich nicht, aber in Marokko wird niemand weggeschickt. Der Chef der (gut eingerichteten und sehr sauberen) Werkstätte zeigt uns zuerst die Fotos von der letzten Paris-Dakar-Rally (seine Werkstätte diente offenbar zur Überholung der Autos) und klemmt sich dann ans Telefon. Zwischenzeitlich bekommen wir Tee serviert und nehmen auf Hockern in der Werkstätte Platz, nach und nach trudeln ein paar Leute ein, darunter auch ein Souvenirverkäufer – offenbar der Kontaktmann zu dem Fahrer, der mit einem ebensogroßen Geländeauto vorfährt und die Runde verkomplettiert. Der blau gekleidete Souvenirhändler, der mit seinem Outfit den Wüstensohn gibt (sämtliche Klischees werden von den Marokkanern gekonnt bedient - auch wenn er nur aus irgendeinem Dreckskaff um die Ecke stammt, hat sein Stamm sicher schon mit Lawrence von Arabien gekämpft...). Wüstensohn führt aber eine von uns durchaus begehrte Ware in einem Plastiksack mit – nämlich kleine Bierdosen (von einer Brauerei in Casablanca) – zuerst will er sie uns verkaufen, dann werden wir eingeladen – auch für den Rest der Runde sind genug Dosen da. Während wir den lang entbehrten Gerstensaft schlürfen, beginnen die Verhandlungen – selbst der bald auf 2500 Dirham runtergehandelte Preis ist uns viel zu teuer – da müssen sich andere Möglichkeiten eröffnen. Trotz unserer Ablehnung scheiden wir von unseren Gastgebern als Freunde und wir verziehen uns ins Hotel. |
| ZAGORA - TAZENAKHT |
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Bei diesen Bedingungen ist eine Wüstenfahrt per Rad undenkbar und wir beschließen, auf der Asphaltstraße nach Agdz zurückzufahren und uns von dort weiter nach Westen durchzuschlagen. Als wir die letzten etwas schützenden Häuser von Zagora hinter uns gelassen haben sind wir voll dem Gegenwind und dem Sand ausgesetzt – kein besonderes Vergnügen.
Schnürlsamtjacke checkt herum und nach ein paar Minuten werden wir zu einem Wagen gewiesen – nur ein Rad kommt (entgegen der Vorschläge) auf die Dachgalerie, die anderen beiden werden (zum Erstaunen der zahlreichen Beobachter, die wohl keinen Schnellspanner kennen) mit ausgebauten Vorderrädern und umgeklappter 3. Sitzbank im Wageninneren verstaut – diese Aktion lässt Toms Puls auch ohne körperliche Anstrengung den Grundlagenbereich verlassen...
Tazenakht erreichen wir so schon mitten am Nachmittag – es gibt zwei Hotels, nach Besichtigung wird das mit den etwas weniger schlechten Zimmern genommen. Sonst hat der Ort nicht viel zu bieten, aber es gibt ein Internetcafe, einen Bankomaten und so etwas ähnliches wie eine Wäscherei – unser Radgewand hätte eine Reinigung notwendig. In der Wäscherei haben zwei Islamisten im Osama bin Laden-Outfit das Sagen – sie können vielleicht irgendwelche Suren, aber kein Französisch. Wie immer ist unsere Kontaktaufnahme willkommene Abwechslung für alle Passanten, und so sind wir schon nach kurzer Zeit von Neugierigen umringt. Endlich taucht ein beschränkt Englischsprechender auf und unsere größte Sorge ist der Umstand, dass die Osamas kapieren, dass die Sportbekleidung nur mit 30 Grad gewaschen und nicht geschleudert werden soll. Obwohl wir mehrmals auf die Etiketten hinweisen, sind wir nicht sicher, ob unsere Fundis das Richtige tun werden, verlassen den Laden mit gemischten Gefühlen und hoffen auf Allahs Hilfe.
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| TAZENAKHT - KOURKOUDA - TALIOUINE |
Wir bekommen sogar gratis einen Pfefferminztee serviert und erkundigen uns nach einer Möglichkeit, per Auto weiterzukommen. Schnell werden wir mit dem Fahrer eines weiteren Uralt-Transits handelseins, er hat nur noch etwas in der Gegenrichtung zu erledigen und so müssen wir noch eine Weile bei unserem Gastgeber ausharren – draußen tobt weiter der Sandsturm. Schneller als angekündigt (offenbar will er sich das Geschäft nicht entgehen lassen) kommt unser Fahrer, wir verstauen die Räder und jetzt wird per Motorkraft gegen den Westwind gekämpft – der Kleinbus bietet natürlich auch eine ideale Windangriffsfläche, sodass wir kaum über 60 km/h hinauskommen. Da die Türen nicht nur nicht dicht schließen, sondern auf beiden Seiten zentimeterbreite Spalte zur Karosserie offenlassen, ist auch in unserem schrottreifen Gefährt entsprechender Sandgehalt in der Luft – aber alles besser, als hier weiter fahren zu müssen. 20, 30 km später geht die Sand- wieder in eine Steinwüste über, der Sturm beruhigt sich etwas und die Landschaft wird wieder richtig schön – die kilometerlange geile Abfahrt hinab in das Tal vom Taliouine wird halt leider im Auto zurückgelegt. Wir haben ausreichend Zeit zur Hotelsuche und finden am östlichen Ortsrand eine schöne Unterkunft – nach dem Essen schwinge ich mich noch auf das jetzt gepäcklose Rad und erkunde die sehr nette Umgebung des Ortes auf den zahllosen Fahr- und Fußwegen.
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| TALIOUINE - IGHERM |
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| IGHERM - TAFRAOUTE |
Während wir uns die auch gekühlt bescheiden und lauwarm noch öder schmeckenden marokkanischen Limonaden hineinschütten, sind wir von der – diesmal vor allem weiblichen - Dorfjugend umringt, die unentwegt kichern. Es dauert eine Zeit bis Tom und ich die Quelle der Heiterkeit entdeckt haben – Michl fummelt irgendwas an seinem Rad herum und streckt den Girls seinen Radhosen-Lycra-umspannten Hintern entgegen. Während Tom keine Extrakilometer machen möchte und direkt auf der Straße weiterfährt, planen Michl und ich einen Abstecher zu der im Reiseführer erwähnten Burg „Agadir Tasguent“ und engagieren zu diesem Zwecke den am intelligentesten aussehenden herumstehenden Jugendlichen, der sich sogleich beeilt, sein eigenes Rad zu holen – 50 Dirham für ein paar Stunden am Nachmittag ist ja auch ein fürstliches Gehalt. Das Rad unseres Führers hatte einmal eine Gangschaltung – er bemüht sich nach Kräften, auf der leicht ansteigenden Schotterstraße mit uns mitzuhalten (wahrscheinlich befürchtet er insgeheim, wir fahren ihm davon und er fällt um sein Honorar um) – als die Straße steiler wird, greift er beherzt in die Kette und legt sie per Hand auf ein größeres Ritzel. Wir durchqueren zwei ungewohnt menschenleere Dörfer und nach einer 180-Grad-Kurve erblickt man schon die Burg, hoch oben auf einem Felsen. Nur kurz ist der Weg noch fahrbar – wir lassen die Räder an der Steinmauer stehen und gehen zu Fuß weiter. Sehr diebstahlsgefährdet sind sie in dieser Gegend sicher nicht – ein Dieb würde auf Michls oder meinem Rad ähnlich auffallen, wie wenn ich mit der Mona Lisa unter dem Arm über die Champs d’Elysee spazieren würde.
Außerdem soll es hier noch Holztafeln geben, auf welchen die Rechte der Berber geregelt sind (und die von Nichtberbern nicht besichtigt werden dürfen). Das alles erzählt mir der Führer auf Französisch und ist darob unseres Interesses ganz angetan. Vom Dach der Burg zeigt er mir noch weitere verfallene gleichartige Speicherburgen auf den Hügeln der Umgebung. Von hier oben fällt mir auch sofort die weiterführende Schotterstraße auf, die könnte so rein richtungs- und gefühlsmäßig doch wieder auf die Hauptstraße zurückführen und eine Abkürzung sein.
Und dann steigt der Weg durch ein Tal wieder an und unser Führer ist weiter gefordert, mit unserem Tempo halbwegs Schritt zu halten – sein Geld hat er immer noch nicht bekommen. Den jetzt entlohnten Guide zurücklassend sind es noch einige Kilometer bis uns die Schotterstraße genau wieder nach Tiguermine zurückführt – Abkürzung war das keine, aber eine schöne Strecke in weiten Schleifen über die Hügelketten – und meine Reifen hatten wieder mal etwas Schotter unter sich...
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| TAFRAOUTE |
Nach dem oppulentem Frühstück in der örtlichen, gut sortierten Konditorei lasse ich in einer der zahlreichen Werkstätten eine neue Speiche in mein Hinterrad einziehen (gut, dass ich nach den Erfahrungen der letzten Reisen immer die Shimano-Kassetten-Nuss dabei habe, die gibt’s in den Radwerkstätten nicht) und lasse mich wieder gründlich rasieren. |
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Für den Nachmittag mieten wir uns um akzeptables Geld (200 Dirham) einen komfortablen Geländewagen mit Fahrer und lassen uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der wunderschönen Umgebung zeigen – beginnend mit dem „Napoleonshut“ (die Ähnlichkeit des Felsens damit blieb uns aber verborgen) über die von einem belgischen Maler gefärbten Felsen „painted rocks“ (recht originell) bis zu einer Gazellen-Felsgravur. Eigentlich ist die Gegend ja auch für das Befahren mit dem MTB hervorragend geeignet, aber unser im Hotel zum Waschen abgegebenes Radgewand ist erst Abends fertig. |
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Zum Abendessen gelingt es uns, in einem anderen Lokal ein paar Bierdosen zu kaufen – den spanischen Enduro-Fahrern am Nebentisch essen wir noch die letzten Pommes, die das Restaurant im Hotel zu bieten hat, vor der Nase weg – die Tajine wird mit einem Spieß ergänzt. |
| TAFRAOUTE - AIT BAHA |
Vor nicht allzu langer Zeit wohl noch Piste, steigt die jetzt asphaltierte Straße kräftig an und erklimmt mit ein paar Serpentinen die das Ammelntal nördlich begrenzenden Berge. Dort geht es in weiten Schliefen mal bergauf, mal bergab (es werden kräftig Höhenmeter gesammelt) durch kleine Dörfer (die aber eher wenig bewohnt wirken, vielleicht wurden die Häuser aufgekauft und werden jetzt als Sommerresidenzen benutzt) auf unbefahrener Straße bis nach Tanalt (45 km) – so ziemlich die einzige Versorgungsmöglichkeit in der Gegend.
Immerhin gibt es neben ein paar Läden eine Gaststätte, die als einziges Gericht – erraten – Tajine anbietet. Während wir uns dem zweifelhaften Genuss der x-ten Tajine auf dieser Reise hingeben, werden wir vom Bürgermeister und vom örtlichen Polizeichef persönlich begrüßt – nach dem Austausch von ein paar Floskeln verschwinden die aber in der Garage unterhalb der Terrasse – der niederrangigere Fahrer des Polizeiautos muss einstweilen in diesem warten – erinnert etwas an Pulp Fiction das Ganze – wenn der Chef fertig ist, holt Harry dann den Wagen...
In einem namenlosen Dorf kaufen wir Wasserflaschen, füllen den Inhalt in die Trinkflaschen ein und wollen die leeren Plastikflaschen zurückgeben – für diese Aktion ernten wir aber nur absolutes Unverständnis – mit einer Handbewegung wird uns gedeutet, wir sollen die leeren Flaschen einfach neben die Straße werfen – in Sichtweite des Hauses mit dem Laden. In Punkto Umweltbewusstsein gibt es hier noch reichlich zu tun...
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| AIT BAHA - AGADIR |
In Imizgane kann man wenigstens die Umfahrungsstraße abkürzen und direkt durch den (unattraktiven) Ort fahren, ist weniger Verkehr.
Es gibt zwar eine Riesenauswahl an Unterkünften in der Stadt, nach langem Suchen haben wir dann auch eine sehr befriedigende und vom Preis/Leistungsverhältnis gute Unterkunft gefunden. |
| AGADIR |
Nach ein paar Kilometern verengt sich das Tal, aber von der Asphaltstraße zweigt ein Fahrweg ab, der in die Hügelkette Richtung Süden führt – ausprobieren. Wie aus dem Nichts taucht mitten auf der Steigung ein junger Hirte auf und bittet um Wasser – ich lasse ihn aus der zweiten Flasche trinken. Oben verzweigt sich der Weg, sogar so etwas wie eine Markierung ist zu entdecken. Ich probiere ein paar Möglichkeiten aus und fahre dann am Hügelkamm weiter – ein ziemlich fordernder Trail mit großen Steinen am Weg und Dornenbüschen an der Seite. In einer weiten Schleife erreicht er dann ein paar Häuser und über eine Schotterstraße geht es dann nach Oulma hinunter – dort stärke ich mich mit ein paar Keksen und fülle die Flasche wieder auf. Von Oulma gibt es eine neue Asphaltstraße über den Hügel nach Agadir zurück – die verlasse ich aber bei erstbester Gelegenheit und radle im Tal weiter. Nach einer namenlosen Siedlung steigt der Fahrweg an und führt noch in ein kleines Dorf – ab da wird der Weg immer schmäler. Mit viel Phantasie ist ein weiterführender Pfad zu erkennen, mit Fahren ist es aber aus, der Weg ist viel zu verblockt.
Mit ein paar Serpentinen fällt mein Weg dann in Richtung einer weithin sichtbaren (und auf meiner Karte nicht eingezeichneten) Asphaltstraße ab, die in Richtung Agadir zurückführt. Ich probiere noch ein paar Fahrwege links dieser Straße, aber die enden bald bzw. führen mir zu weit nach Osten.
Was das verdiente Abendessen betrifft – die Tajine-Zeit ist endgültig vorbei! Auch am letzten Tag hält mich nichts in der Stadt – rauf aufs Rad und wieder in Richtung der Siedlung mit der Müllhalde. Die Asphaltstraße führt durch ein Bergbaugebiet und erreicht bald die Stelle, wo ich gestern abgezweigt bin – diesmal bleibe ich auf der anderen Talseite und radle wieder mal die Verbindungswege durch die Häusergruppen ab – ein kurzes Stück ist sogar ziemlich heavy, der bergabführende Trail hat gardasee-ähnlichen Schwierigkeitsgrad.
Es gäbe von dieser Straße schon ein paar lohnende Abzweigungen, aber ich brauche Wasser – so fahre ich bis in die nördlichen Vororte von Agadir zurück und entdecke auch prompt einen richtigen Supermarkt. Windeln und Katzenfutter brauche ich nicht, aber gekühltes (auch das ist in Marokko nicht selbstverständlich...) Trinkjoghurt und französische Müslikekse brauche ich schon. Ich bin hier im besseren Viertel von Agadir gelandet, die schön asphaltierten Straßen sind sauber, zahlreiche ziemlich protzige Villen mit entsprechenden Autos davor lassen auf gewissen Wohlstand der Bewohner schließen. Ein würdiger Abschluss meines Agadir-Aufenthaltes soll noch die Befahrung des Burgberges mit der Kasbah obendrauf sein – ich hoffe, ihn von Norden offroad erreichen zu können. Also bei der internationalen Schule rauf, den Hügel auf der anderen Seite auf Ziegenpfad wieder runter (hier liegt schon der gewohnte Abfall) und dann entlang eines Baches in Richtung Burgberg weiter – ich lande aber auf einer breiten Schotterstraße, die durch verfallenes Bergbaugebiet unterhalb vorbei führt und an der Hauptstraße endet. Seltsam schaut es hier aus – die Grundmauern nach dürften früher hier einmal Häuser gestanden haben, die Stämme der Palmen sind bis auf halber Höhe verkohlt, stinken tut es auch. Wenigstens komme ich direkt bei der Abzweigung des Fahr- und des Fußweges rauf zum Burgberg raus. Ich wähle den einladend wirkenden Fußweg, der mit zunehmender Höhe aber immer wilder wird – zuerst hört das Pflaster auf, dann wird er verdammt schmal und zu guter letzt bin ich kräfteaufreibend damit beschäftigt, das Rad um die zahlreichen Dornenbüsche zu lenken. Am Plateau der Hügels endlich angekommen, ist es weiter anstrengend, aber wenigstens haben die Reifen auf dem nackten Fels guten Grip. Die Kasbah ist fast vollständig verfallen aber von dem Hügel hat man einen schönen Blick auf Agadir – von oben schaut der Ort nach meinem Geschmack besser aus als er tatsächlich ist. Die Abfahrt auf gleichem Weg ist ein würdiger Abschluss der Marokko-offorad-Tour. Letzter Tag - Heimflug Da gibt es wenig zu berichten – der Flughafen liegt 30 km vom Zentrum entfernt und wir hatten Gegenwind. Immerhin gab es entlang der Hauptstraße auf den ersten Kilometern einen richtigen Radweg. Direkt bei der Abzweigung zum Flughafen gibt es eine Tankstelle, wo wir die Räder gereinigt und Kartons als Verpackungsmaterial besorgt haben (natürlich gegen eine kleine Spende...). Alle drei Räder sind unbeschädigt in Wien angekommen. |