|
1.
Tag:
|
AUCKLAND - THAMES |
135
km, 780 hm
|
|
|
2. Tag: |
172 km, 1.943 hm |
||
|
3. Tag: |
110 km, 948 hm |
||
|
4. Tag: |
156 km, 1.300 hm |
||
|
5. Tag: |
148 km, 1.305 hm |
||
|
6. Tag: |
136 km, 1.550 hm |
||
|
7. Tag: |
94 km, 780 hm |
||
|
8. Tag: |
139 km, 1.684 hm |
||
|
9. Tag: |
164 km, 2.147 hm |
||
|
10. Tag: |
158 km, 1.448 hm |
||
|
11. Tag: |
146 km, 1.695 hm |
||
|
12. Tag |
64 km, 219 hm |
||
B e s c h r e i b u n g d e r T a g e s e t a p p e n : |
|||
|
![]() |
![]() |
![]() |
|
Auf der folgenden Steigung Richtung Te Rerenga geht es so richtig zur Sache: grober Asphalt und 14% auf drei Kilometern (höchster Punkt 364 Meter). Man kann auch 3 km vor Coromandel auf eine nicht asphaltierte Nebenstrasse direkt nach Whitianga abzweigen und erspart sich so viele Kilometer, im Hinblick auf die tolle Landschaft habe ich aber die längere - durchgehend asphaltierte - Strecke gewählt. Bis auf Kuoatuno, wo die Strasse die Küste wieder verlässt, gibt es keine nennenswerten Siedlungen, dafür schöne Ausblicke und Ansichten, weil die Kombination mit Nadelwäldern bewachsene Hügel, die in die flachen Buchten auslaufen, für mich exotisch wirkt.
Höhenmeter
und nach 135 km in Tairua gibt's noch einmal
eine Stärkung für die verbleibenden 35 km bis Whangamata,
auf einer Art Halbinsel gelegen und von Norden kommend über eine
Brücke zu erreichen. Eine überdurchschnittlich nette Unterkunft
(Garden Tourist Lodge) und ein durchschnittliches Abendessen (Fish and
chips in dem einzigen zu Fuß erreichbaren Takeaway) ist mir in Erinnerung
geblieben. |
|
Wenigstens kann man dem starken (LKW-)Verkehr auf dem breiten Seitenstreifen ausweichen. Auch die landschaftlichen Höhepunkte halten sich im Grenzen, es geht durch sanft hügeliges Agrarland. Bei einem der zahlreichen Obstverkaufsstände suche ich mir ein paar Früchte zur Stärkung aus - der Verkäufer will von mir kein Geld und ich kriege sie mit Wünschen für eine gute Weiterfahrt geschenkt! Kurz
vor Tauranga erblickt man schon den Vulkankegel des Mt. Mauganui
- nur dauert es ziemlich lange, bis man Tauranga umfahren und das große
Industriegebiet am Hafen (mit entsprechendem LKW-Verkehr) durchquert hat.
|
![]() |
![]() |
![]() |
|
|
Die Abzweigung in den letztgenannten Ort erreiche ich als erstes und die Straße schaut wirklich gut aus. Es geht leicht ansteigend kilometerlang dahin, bis mich ein kurzer, aber kräftiger Schauer trifft. Bis ich die Regenjacke hervorgeholt habe, ist er aber auch schon vorbei und weiter geht´s. Überall Landwirtschaft, Wein- und Obstbau, dazwischen die üblichen Schafweiden. Den nächsten Schauer (der noch kräftiger und auch etwas länger ausfällt) überstehe ich im Schutz eines überdachten Bus-Wartehäuschens. Der Ort Oropi wäre mir - wenn dort nicht eine Schule stünde - gar nicht weiter aufgefallen. Beim letzten Haus endet auch der Asphalt und 2 "gravel-roads" stehen zur Auswahl: da die linke mit "Te Puke" beschildert ist, nehme ich die unbeschilderte rechte, die (zu meiner Überraschung) bald steil in ein Flusstal abfällt, um nach einer Brücke ebenso steil wieder den nächsten Höhenzug zu erklimmen. Weder das Bergab- noch das Bergauffahren ist auf der mit Schotter bedeckten, ausgewaschenen und vom vorigen Regenguss noch feuchten Naturstraße ein Vergnügen, außerdem bin ich mir nicht sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. In der Hoffnung, irgendwann einmal jemanden zu treffen, den man nach dem Weg fragen könnte, geht es noch einige Kilometer eben dahin, bis ich bei einer T-Kreuzung auf eine makellose neu asphaltierte Strasse treffe, die von Pyes Pa heraufführt. So hat man sich also entschlossen, diese Straße zur Hauptstraße auszubauen und zu asphaltieren! Daher für alle, die von Tauranga nach Roturua wollen und nicht mit dem MTB unterwegs sind: besser über Te Ranga/Pyes Pa fahren! Ich bin von der Asphaltstraße so begeistert, dass ich beim Linksabbiegen gleich auf der falsche Fahrbahn weiterfahre - bis mich ein entgegenkommendes Auto anblinkt und ich daran erinnert werde, dass man in den ersten Tagen im Linksverkehr konzentriert sein soll... Die Straße quert ausgedehnte Waldgebiete, steigt noch gemächlich auf 500 Meter an um dann zum Lake Roturua abzufallen. In Ngongotaha, 4 km vor Roturua, erwischt mich der nächste Regenguss, sodass ich gleich meine Mittagsrast einschiebe. Vorbei
an einem Berg mit Seilbahn (dort soll es auch Downhill-Pisten geben) fahre
ich gleich ins Whakarewarewa Thermal Valley, wo die Geysire und
heißen Quellen eine entsprechende touristische Infrastruktur hervorgerufen
haben. |
![]() |
![]() |
![]() |
|
Schon nach 46 km ist Opotiki erreicht, der letzte größere Ort vor der East-Cape-Umrundung. Also noch einmal den Bauch vollgeschlagen - wer weiß, wann und in welcher Art es wieder Kaloriennachschub gibt. Während ich auf einer Bank in der Sonne sitze, erkundigen sich zwei Schulkinder nach meiner weiteren Strecke und auch ein fast zahnloser Alter, einen Fahrradreifen in der Hand, nützt die Gelegenheit, seine Lebensgeschichte zu erzählen (ich verstehe kein Wort, das Wiener Schulenglisch ist mit dem Kiwi-Dialekt nicht kompatibel).
Bevor ich weiterfahren muss, bietet er mir noch an, die Güte der Blätter seiner selbstangebauten landwirtschaftlichen Produkte zu testen. Das muss ich aber im Hinblick auf die noch zu bewältigende Strecke und die Fahrsicherheit auf derselben ausschlagen...
Die
in meiner Karte eingezeichneten Orte bestehen manchmal tatsächlich
nur aus drei Häusern, erst Te Kaha, nach 110 km erreicht,
bietet wieder ein Lebensmittelgeschäft und ein einem Motel angeschlossenes
Restaurant. Durch die enge Treppe wird das Rad auf mein Zimmer (immerhin mit Dusche und WC, keine Selbstverständlichkeit!) getragen - sowohl die Übernachtung als auch das sofort zu bestellende Abendessen muss sofort bezahlt werden - andere Sitten...
|
|
|
|
Das aufgebaute bescheidene Frühstücksbuffet eröffnet mir die Gelegenheit, mal wieder so etwas wie Müsli zu essen. Cornflakes und Haferflocken werden etwas in Milch eingeweicht und dann mit Kompott verzehrt - als Ergänzung gibt es noch warmen Toast mit Käse und Schinken.
Das
Wetter hat sich gegenüber den letzten Tagen gebessert und ich spüre
sofort wieder die starke Sonneneinstrahlung auf der Haut, sodass ich wieder
eine Schicht 45er Sonnencreme auftragen muss. Tikitiki, obwohl auf der Karte fettgedruckt und so z.B. dem wesentlich größeren Mt. Maunganui oder Opotiki gleichgestellt, besteht eigentlich nur aus einer markanten 180 Grad-Rechtskurve um eine Kirche und ein paar verfallenden Häusern. Auf den weiteren Kilometern Richtung Süden habe ich schon mit Trinkwassermangel zu kämpfen - die wenigen Häuser am Straßenrand sind entweder in verschiedenen Stadien des Verfalls oder am Sonntagnachmittag unbewohnt. Erst bei einer Maori-Familie, die sich im überfüllten Wohnzimmer dem Fernsehgenuss hingibt, kann ich die Trinkflaschen auffüllen. In Te Pula Springs findet sich plötzlich wieder eine kleine Tankstelle mit angeschlossenem Dairy, sodass ich mich mit Wasser und Nuss-Riegeln versorgen kann. Die Maoris in ihrem Auto können es gar nicht fassen, dass ich heute schon 125 km geradelt bin und wünschen mir weiterhin gute Fahrt.
Diese
ist dann nur mehr relativ kurz, weil ich in der wunderschönen Tokomaru
Bay übernachten möchte, auch weil das "House of the
Rising Sun" so einladend wirkt. Das Backpacker wird derzeit von einer
Japanerin (deren Akzent erleichtert nicht gerade die Verständigung)
geführt, ist allerdings (wie so vieles in NZ) derzeit "for sale"...
Beim
Einkaufen treffe ich ein Paar aus Kanada, ebenfalls mit dem Reiserennrad
unterwegs, sie nächtigen allerdings auf dem Campingplatz. Der wolkenlose
Abendhimmel verheißt für den nächsten Tag gutes Wetter
und so schlafe ich - mit Blick auf die Rolling Stones - sorgenfrei ein. |
|
Obwohl ich wegen der kurzen Etappe bis Gisborne bummeln kann, habe ich schon nach 30 km die KollegInnen aus Kanada, die schwerer bepackt sind und überhaupt etwas gemächlicher fahren, eingeholt - bis zum nächsten Anstieg ist noch Gelegenheit, Raderfahrungen auszutauschen. Auch wenn die beiden am Rad langsamer sind, waren sie doch gestern längere Zeit im Meer schwimmen (und fanden die Wassertemperatur auch noch recht angenehm) - meine Anerkennung nach meinem Badeerlebnis ist ihnen gewiss.
|
|
Nach einem Ruhetag lädt das schöne Wetter doch gleich wieder zum Fahren ein, diesmal will ich die Umgebung mit dem MTB erkunden, dazu folgende Story:
|
|
|
|||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Man kann dann noch eine andere Strecke rauf- und runterfahren, mit so künstlich gebauten Anlegern, ganz nett, aber nach einer Stunde ist das ca. 1 km im Quadrat große Gebiet restlos ausgereizt. Nicht weit von dort beginnt bei einer Farm ein (lt. Tafel) 5,5 km langer Wanderweg, auf dem Hunde und Bikes verboten sind. Hätte mich nicht weiter gestört, aber der Zugang zu dem Weg ist nur durch so eine Art Schleuse möglich, durch die ich das Bike nie durchbekommen hätte. | |
| Nach
diesem nicht gerade umwerfend tollen Offroad-Erlebnis fahre ich am übernächsten
Tag eine längere Runde mit dem Rennrad (einmal ohne Gepäck, ein
ganz neues Fahrgefühl) auf einer verkehrsfreien Nebenstrasse Richtung
Rere (kennt zu Recht kein Mensch) in der ausgedehnten Hügellandschaft
südwestlich der Küstenebene von Gisborne. Es geht munter die grünen
Hügel rauf und runter und so ganz hab ich mich noch nicht damit abgefunden,
dass in der prinzipiell geeigneten Landschaft nicht auch MTB-Touren möglich
sein sollen, aber alle Abzweigungen sind durch Gatter versperrt - also offenbar
Privatbesitz, manchmal steht sogar ein Schild daneben "not trespassing".
|
|
|
|
|
|
|
Ein etwas unterhalb der Strasse liegendes Schulgebäude löst einmal das Durstproblem - als ich wieder auf die Hauptstrasse einbiegen möchte, fragt mich ein zufällig vorbeifahrender Polizist in einem Pickup, ob er mich mitnehmen soll. Das verbietet zwar meine Radler-Ehre, sein Ansinnen ist aber trotzdem nett (und in Europa wohl nicht denkbar...). Schon 3 km später ist der "Big Bush Holiday Park" erreicht, wo ich (entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten) bereits telefonisch ein Zimmer reserviert habe. Wäre nicht nötig gewesen, denn ich war zusammen mit einer deutschen Trekkerin der einzige Gast, aber der Betrieb hat eine gewisse Monopolstellung, auch wenn der See Waikaremoana noch nicht zu erblicken ist. Abendessen
und Frühstück muss bestellt werden, Abendessen (die Auswahl
beschränkt sich auf das übliche Steak) klappt, sogar Bier darf
ausgeschenkt werden. Beim Rückweg in der völligen Dunkelheit
zu dem Gebäude, in dem sich die (übrigens sehr netten und billigen)
Zimmer befinden, muss man höllisch aufpassen, nicht in eine der zahlreichen
Kuhfladen zu latschen, weil das ganze Gelände (wie der Name sagt,
könnte man auch campen) so eine Art Freigehege für Kühe
ist. |
| LAKE WAIKAREMOANA - GOLDEN SPRINGS |
|
|
|
||||||||
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
|||||||||||||
| GOLDEN SPRINGS - TAUMARUNUI |
Vor der Ortseinfahrt von Taupo fällt noch das große Geothermal-Kraftwerk und die beträchtliche Anzahl an Rennradfahrern auf - hängt mit der am kommenden Wochenende hier stattfindenden Meisterschaft im Ultra-Triathlon zusammen. Entlang der Promenade in der Tapuaeharuru Bay wimmelt es von Läufern und Radfahrern, einige Verwegene steigen auch (im Neoprenanzug) ins Wasser. Die Stadt selbst bietet nach langer Zeit wieder einmal so Annehmlichkeiten wie nette Cafes und Restaurants und eine große Auswahl an Unterkunftsmöglichkeiten. Leider befinde ich mich jetzt für die nächsten 50 Kilometer auf der Nationalstraße Nr. 1, der Nord-Süd-Achse der Nordinsel mit entsprechendem Verkehrsaufkommen.
Der Reifen hält bis Taumarunui, wo es auf der Hauptstraße einen Bikeshop (sogar mit gewisser Auswahl) gibt, da der Chef nicht da ist, werde ich gleich in der Früh (die Neuseeländer sind Frühaufsteher und -öffner, dafür ist meistens schon um 17 Uhr tote Hose) das mit dem Reifen erledigen. Ein preiswertes Motel ist rasch gefunden, das Frühstück wird (abgepackt) schon am Abend serviert (Wasserkocher, Kaffee und Tee gibt es immer am Zimmer, Kühlschrank meistens auch) und was gibt es zum Abendessen? Erraten - Fish and Chips vom nahen Takeaway (die Cafes auf der Hauptstraße schließen spätestens um 18 Uhr). |
| TAUMARUNUI - STRATFORT |
|
So ermuntert bleibe ich auf dem "Forgotten World Highway", der seinen Namen vollkommen zu Recht trägt. Nach einem kräftigen Anstieg fällt die Straße in ein Flusstal ab und hier endet auch der Asphalt. Die gravel-road wird immer schlechter (die Unwetter müssen hier ziemlich gewütet haben), die Landschaft dafür immer interessanter. Statt der Grashügel mit Schafen drauf umgibt mich plötzlich üppigste, fast urwaldwartige Vegetation. Bald ist auch die Baustelle erreicht, wegen der die Straße für KFZ unpassierbar ist - ich muss mein Rad nur kurz um einen Bagger herumtragen, dann geht es schon weiter.
Die Schotterstraße durch die Kalksteinschlucht muss ich mir nur mit einem LKW teilen, der Material zur Baustelle bringt - da er aber sehr rücksichtsvoll fährt, ist die Staubwolke erträglich.
Da
das Hotel an der Hauptstraße nicht besonders einladend wirkt, beziehe
ich im etwas abseits gelegenen "Top 10 Holiday Park" eine Miethütte
und stärke mich in einem "All-you-can-eat-Buffet" in einem
China-Restaurant. |
| STRATFORT - NEW PLYMOUTH (Flughafen) |
Meine Hoffnung, auf ein Cafe oder auf sonst irgendeinen Gastgewerbebetrieb zu treffen, in dem ich mit Meeresblick Essen kann, erfüllt sich leider nicht (vielleicht sollte die hiesige Gastro-Szene mal Nachhilfe in Italien oder Frankreich nehmen...). Nach ein paar Umwegen durch die üblichen Vorstadtviertel erreiche ich ein Einkaufszentrum - im dortigen Cafe lässt es sich lecker speisen, auch wenn ich lieber auf die Tasmanische See als auf den Parkplatz geschaut hätte...
Nach 50 Minuten ist der Inlandsflughafen von Auckland erreicht (die Alternative wäre eine 6-7stündige Busfahrt gewesen, stand für mich nicht wirklich zur Diskussion) - das Rad wird unbeschädigt ausgefolgt, nur ein Stift meines Helmvisiers ist abgebrochen (war doch keine gute Idee, den Helm auf den Sattel zwecks dessen Schonung zu binden). In der "Skyway Lodge" ist ein ganzer Lagerraum für die Schachteln der Radreisenden reserviert, es dauert einige Zeit, bis ich meinen Transportkarton finde. Das Rad ist schnell flugfertig verpackt und dann verbringe ich noch einen netten Abend mit zwei deutschen Radlern, mit einem hatte ich schon über das "bikefreaks-forum" Kontakt. Leider wurde er - während ich 200 km weiter westlich bei strahlend schönem Wetter die Insel durchquert habe - auf der Ostküste von Dauerregen gepeinigt, sodass er entgegen seinen ursprünglichen Absichten den Neuseeland-Urlaub abgebrochen hat und nach Australien flüchten will. Also habe ich wettermäßig großes Glück gehabt.
|