[a.u.s.f.lu.e.g.e ]

 

Das Nichtglück scheint "normal", alltäglich, gewöhnlich, natürlich. Glück berauscht, ist verdächtig. Man hält es nicht lange aus.
Es verwirrt. Es ist eine Droge. Der Wunsch nach Glück, das Streben danach, the pursuit of it, kann zum gegenteiligen Effekt führen.
Wie bei Suchtmittel.
Sie verlangen nach stets höherer Dosierung.
Irgendwann übersteigt sie das verträgliche Mass.

 

Aber Glück?
Man stirbt nicht ohne Glück.
Das Unglück, besser gesagt, das Nichtglück, ist die Norm.
Glück ist nur der kleine Unterschied zu dieser Norm.
Ist eine Klimax. Kann daher kein Dauerzustand sein.
Sonst wäre es keine Klimax.

Das meiste ist kindisch anstatt kindlich - und deshalb peinlich.

Aber das Ritual bekräftigt, bestätigt und stärkt. Wie Weihwasser, Hufeisen, Marzipanwesen und Zauberworte.

 

© Texte:
Handl, H; (HandlsWort 44: The Pursuit of Happiness, ZITIG, 2006-01-02)

© Fotos Sonja Bachmayer