FC SCHWARZ - WEISS - AUGUSTIN
COACHING ZONE 129 - "Servas Homo!"
Männergespräche in Umkleidekabinen – ein Mythos seit der
Erfindung des Fußballs. Noch dazu, wo die Kabinen der Kicker zu jenen
raren Orten gezählt werden müssen oder dürfen, je nach Weltsicht,
wo Männer, nix Gender, „unter sich“ sind.
Was wird eigentlich in der Kabine der Augustin-Fußballer gesprochen?
Auffallend wenig Derbes. Meistens drehen sich die Gespräche um Dinge,
die man zum Leben und zum Fußballspielen braucht (Geld, Fußballschuhe,
Fußballdressen, Augustin-Zeitungen, Rapid, Freunde, Kollegen, Sportklub,
aufgepumpte Fußbälle). Manchmal auch um Themen, die besser privat
bleiben.
Wirklich derb wird es nur, wenn wieder einmal ein Vertreter jener aussterbenden
Spezies hereinschneit, die gewaschene Sportsocken nur an ihren Kollegen schätzt.
So erblickte jüngst ein über Wochen in einem Billa-Sack gereifter
Fußballschuh das Licht unserer Kabine, was selbst dem Schuh peinlich
sein musste, flüchtete doch seinetwegen die halbe Mannschaft fluchtartig
ins Freie.
Extrem niedrig ist die Konzentrationsschwelle einiger Augustin-Kicker. Gut,
wir konnten sie durch hartnäckiges Kabinenpredigen über die Jahre
ein wenig anheben. Dennoch verkommt manche Teambesprechung zu einer Mischform
aus Kindergarten und Kasperltheater. Selbst dem EU-Abgeordneten Hannes Swoboda
hören auf seinen Wahlkampftouren mehr Menschen zu.
Und dennoch ist es eine Hetz in der Augustin-Kabine. Wenn ein Handy laut,
aber herzlich läutet und der Angerufene ein „Servas Homo! Wo bist'?“
ins Telefon brüllt. Oder wenn der Jan für sein geliebtes Bohemians
Prag skandiert. Oder sich der eine oder andere Augustiner auf ein „Trschki“
freut („Trschki“ ist der interne Code für ein Krügerl
Bier, siehe Coaching Zone Nr. 63, Augustin-Ausgabe Nr. 186, 09/2006).
Fußball gespielt wird auch. Zuletzt sah man auf dem Slovan-Platz ein
30-minütiges Trainingsspielchen gegen eine Abordnung aus dem Neunerhaus.
Ergebnis: Ein den Leistungen entsprechendes 3 : 1 für die Homos.