FC SCHWARZ - WEISS - AUGUSTIN

 

+ Manol Kurt Ivantschev

Name: Manol Kurt Ivantschev
Alter: 36
Geburtsort: Wien
Nationalität: Österreich
Gewicht: 90 kg
Größe: 179 cm
Gelernter Beruf: Kaminschleifer
Partnerin: Michaela
Beim Augustin seit: 1998
Position im Projekt: Kolporteur
Spiele Fußball seit: meiner Kindheit
Position im Team: Tor
Mein Vorbild als Fußballer: Michael Konsel
Mein sportliches Ziel: solange als möglich Fußball zu spielen
Mein Ziel im Leben: eine Gemeindewohnung
Lebensmotto: so lange ich lebe, lebe ich
Hobbies: Fußball
Lieblingsfußballverein: Sturm Graz
Lieblingsspeise: Pizza
Lieblingsgetränk: Cola
Lieblingsmusik: Wolfgang Ambros

Fußball ist für mich: das Wichtigste
Der Augustin ist für mich: ein gutes Projekt

Der sichere Tod

„Fußball ist mein Leben“, betonte Manol-Kurt Ivantschev vor drei Jahren, wenige Wochen nach seinem zweiten Herzinfarkt. „Ein Leben ohne Fußball wäre für mich der sichere Tod.“
Der plötzliche Herztod seines Freundes und Mitspielers bei Schwarz-Weiß Augustin, Jones Emeka, vor wenigen Wochen gab ihm zu denken. Doch er blieb bei seiner Haltung: „Wenn ihr mir den Fußball wegnehmt, reißt ihr mir mein Herz heraus. Auch wenn ich auf dem Platz sterbe, den Fußball dürft ihr mir nicht nehmen.“
Am 30. Juni 2007 starb der Mandi, wie ihn seine Freunde nannten. Auf einem Fußballplatz in Stadlau. Als Tormann einer Hobby-Mannschaft, die er kurz zuvor selbst zusammengestellt hatte. Wahrscheinlich an einem Herzversagen.
Zig Mal hatten wir an die Vernunft des Mittdreißigers appelliert: Moderat Sport betreiben ja, aber bitte keine Überanstrengung! Freude am Fußball ja, aber bitte keinen übertriebenen Ehrgeiz!
Mandi mochte weder Warnungen noch Ratschläge hören. Fußball bedeutete ihm mehr als für ihn verträglich war.
Der österreichische Obdachlosen-Fußball verlor am 30. Juni 2007 seinen vielleicht besten Tormann. Manol-Kurt Ivantschev gab jener österreichischen Auswahl Rückhalt, die 2004 beim Homeless World Cup in Göteborg Vizeweltmeister wurde. Er war knapp vier Jahre lang auch die unumstrittene Nummer 1 bei SW Augustin. Vier Mal in Folge sicherte er unserem Team mit sehenswerten Paraden den Titelgewinn beim Obdachlosen-Turnier der Stadt Wien.
Mandi wird uns fehlen!
Viel mehr noch wird er aber seiner Lebensgefährtin Michaela und seinem noch nicht einmal dreijährigen Sohn Martin fehlen. Oft hat uns der Mandi von seiner Familie erzählt. Stolz war er, wenn er von den Seinen sprach. Michaela und Martin gilt unser Mitgefühl.
P. S.: Völlig unverständlich, dass das von den Wiener Grünen mitorganisierte Flüchtlingsturnier in Stadlau nach Mandis Ableben fortgesetzt wurde. So etwas nennt man auch Respektlosigkeit.

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