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Historisches zu dem Namen Tittel

Die Ursprünge des Namen Tittel sind nicht klar belegbar, obgleich es hierzu umfangreiche Literatur und Interpretationen gibt (siehe unten). Darüber hinaus soll es auch ein Wappen geben, das horizontal geteilt ist. Es zeigt in der oberen Hälfte einen Löwen, in der unteren Hälfte eine Blüte. Die belegbare, historische Herkunft zu diesem Wappen dürfte bezweifelt werden.

Der praktische Umgang mit den Kirchenbüchern und der Austausch mit Genealogen hat jedoch gezeigt, daß der Name TITTEL den unterschiedlichsten Schreibweisen folgt. Durch Lautverschiebungen, wie sie sich in den Kirchenbüchern widerspiegeln, variiert dieser Name zu wechselhaftem Charakter. Teilweise findet der Name über Generationen seine alte Schreibform wieder um dann erneut anders geschrieben zu werden.

Der Name TITTEL erscheint also in den unterschiedlichsten, variierenden Schreibformen, anglizistische Varianten nicht berücksichtigt:

TIDEL, DIETEL, TIEDE, TIEDEL, DIETTEL, TIETTEL, TITEL, DITTEL, TIETEL, DIETL, TITTL, TITTUL, TITUL, TÜTTEL und TITELIUS (lateinisiert)

Belegt ist auch der Nachweis eines "von TITEL". Hier ist die Rede von einem gewissen Zacharias von Titel, der 1520 von Karl V. wegen Tapferkeit vor dem Feinde mit dem Goldenen Blietz belohnt und geadelt worden sei.

Der derzeit früheste schriftliche Nachweis, der den Namen DITTEL belegt, ist der Türkensteuerliste für Neuhausen, aus dem Jahre 1542, zu entnehmen. In diesem Verzeichnis der Lehnsherrschaft Purschenstein ist namentlich Simon DITTEL erwähnt.
 
 

 
Der Namen Tittel leitet sich wie folgt her:

Tittel: Tittler (oberdeutsch), entrundet aus Tüttler - Schmeichler (mittelhochdeutsch tüttelen-schmeicheln). Dazu wohl Tittel (zu mittelhochdeutsch tütel - Zitze, Brustwarze) (Bahlow).

Brechenmacher führt Tittel (Tittelmann), auch mit D geschrieben, auf die Koseform zu der Kurzform Dieto, Dieto, Dietel zurück. Auch nach Gottschald geht Tit- auf Diet zurück, dem das gotische thiuda, das althochdeutsche diot, deot und mit- telhochdeutsche diet in der Bedeutung Volk zugrundeliegt (daraus bildete sich übrigens "deutsch").

Ähnliches findet sich auch bei Heintze-Casorbi. Seiner Herkunft nach weist der Name nach Südwestdeutschland und dürfte im Zuge der "Ostkolonisation" in das neue Siedlungsgebiet in das Erzgebirge gelangt sind.

Nach Naumann wird die Bedeutung des Namens Diet(e)l, Tietel und, Tittel  wie folgt erklärt:
1361 Dityl = Diterich luerlin, 1384 Dietel, 1450 Dittl. KF (Kurz-, Koseform, kontrahierte Form) zum Rufnamen Diederich oder Rufnamen althochdeutsch thiot-, diot-helm 'Volk, Menschen' + 'Helm' bzw. thiot-, diot-walt 'Volk, Menschen' + 'Gewalt, Macht' oder 'walten, herrschen'; Tittel zum Teil auch Übername zu mittelhochdeutsch tütel deminutivisch zu 'Zitze, Brustwarze' oder zu mittelhochdeutsch tütelen 'schmeicheln'.
 

Quelle:

 
Bahlow, Hans 
Deutsches Namenslexikon
-Familien- und Vornamen nach Ursprung und Sinn erklärt-
Keepersche Verlagsbuchhandlung, München 1967/80
Brechenmacher, 
Josef Karlmann
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Familiennamen
C.A. Starke Verlag, Limburg a.d. Lahn, 1957/63, Band I und II
Gottschald, Max
Deutsche Namenskunde (Unsere Familiennamen)
Walter de Gruyter, Berlin-New York, 1982
Heintze-Casorbi
Die deutschen Familiennamen, geschichtlich, geografisch, sprachlich 1933
Buchhandlung des Waisenhauses Halle/S.-Berlin
Naumann, Horst Das große Buch der Familien-Namen
Alter, Herkunft, Bedeutung
Mit Unterstützung der Gesellschaft für deutsche Sprache, 
Bassermann Verlag, ISBN 3-8094-0720-1