Im Jahr 2008 führt mich mein Haupturlaub, den ich wie immer in der Adventzeit antrete, nach
Jamaika. Wie in den beiden vergangenen Jahren bin ich in
Begleitung von Renate & Robert, sowie von Sonja & Karl. Beim Reiseveranstalter Gulet
haben wir eine große Inselrundreise mit anschließendem Badeaufenthalt an der Bloody Bay von
Negril, im Hotel
RIU Palace Tropical Bay gebucht.
Erwähnenswert ist, dass bei Gulet die Buchung ab Österreich im Vergleich zu TUI billiger ist, die Rundreise sowie
die Betreuung vor Ort aber rein von TUI durchgeführt wird. Und das ist nicht nur in Jamaika so, dass ist mir auch
schon bei einigen Reisen vorher aufgefallen! Aber nun zum Reisebericht:
Da wir, wie schon im Vorjahr, die Möglichkeit des Vorabend-Check-In genützt haben, reicht es, dass Sonja, Karl und
ich um 5 Uhr Morgens zum Flughafen Wien-Schwechat aufbrechen. Ohne besondere Vorkommnisse erreichen wir diesen nach
einer starken halben Stunde. Dort treffen wir uns mit Renate und Robert und verbringen die Zeit bis zum Start der
AUA-Maschine nach Frankfurt bei einem Guten Morgen Kaffee. Der kurze Flug verläuft relativ unruhig, besonders beim
Landeanflug rüttelt es uns ordentlich durch. Nach einem kurzen Besuch bei McDonalds, einer Kaffee- und einigen
Rauchpausen - der im Vorjahr noch so groß propagierte "rauchfreie" Flughafen Frankfurt existiert übrigens nicht
mehr, jetzt findet man wieder überall Raucherboxen - sind wir bereit zur Weiterreise. Allerdings nur wir, leider
nicht das Flugzeug! Da dieses von der vorherigen Tour verspätet zurückgelangt ist, verschiebt sich der Abflug um
etwa 1,5 Stunden. Dann ist es allerdings doch soweit und die Boeing 767 von
Condor hebt ab in Richtung Karibik! Der, über elfstündige,
Flug verläuft sehr ruhig, allerdings ist es in der Maschine eisig kalt! Trotzdem schaffe ich es die meiste Zeit zu
schlafen, so dass die Zeit - im wahrsten Sinne des Wortes - wie im Flug vergeht. Nach der Landung in
Montego Bay erwartet uns eine lange Wanderung kreuz und quer
durch das Flughafengelände bis wir die Passkontrolle erreichen. Diese, aber auch die anschließende Zollkontrolle,
ist in wenigen Minuten absolviert und selbst das Gepäck erscheint bald am Förderband!
Über Zuweisung der Reiseleitung sammelt sich die gesamte Reisegruppe, bestehend aus 20 Personen, und als wir
komplett sind, startet der Bustransfer nach Runaway Bay. Unsere Unterkunft für die ersten beiden Nächte, die
Villa Sonate, liegt in den Bergen über dem Ort und macht einen recht
netten Eindruck. Nach dem Bezug der Zimmer gibt es noch ein Abendessen sowie ein schnelles Bier an der Bar, bevor
wir gegen 23 Uhr Ortszeit (= MEZ - 6 Stunden) todmüde ins Bett fallen.
Robert, Renate, Sonja und Karl am Flughafen Frankfurt / Villa Sonate / unser Rundreisebus
Während der Nacht, und auch noch am Morgen, gibt es immer wieder heftige Tropenschauer, die auf dem Blechdach des
Hotels einen Höllenlärm verursachen und uns so öfters aus dem Schlaf reißen. Aber zumindest um 9 Uhr, als wir mit
Reiseleiterin Nadja, einer gebürtigen Italienerin und Busfahrer Ramsey, aufbrechen, sieht es ein wenig besser aus
und es ist zumindest trocken. Wir verlassen Runaway Bay in Richtung
Ocho Rios, von wo aus wir in die Berge im Landesinneren
vorstoßen. Einen ersten Halt machen wir bei der Walkerswood Gewürzfabrik
und wie es der Teufel will gibt es gerade als wir den Bus verlassen einen heftigen Regenschauer! Der zweite
Willkommensgruß ist da schon viel angenehmer: es gibt leckeren Rumpunsch! Nachdem der Regen nachlässt, kommen wir
in den Genuss einer Führung durch den Gewürzgarten und die Fabrikationshallen. Unterwegs gibt es eine Kostprobe von
gegrillten Hühnchen mit einer hausgemachten scharfen Sauce. Die schmeckt wirklich sensationell gut, so dass ich mich
bei der abschließenden Einkaufsmöglichkeit nicht beherrschen kann und ein paar Fläschchen der Walkerswood Jonkanoo
Pepper Sauce erstehe. Vor der Weiterfahrt trifft uns noch schnell der letzte Regenguss - zumindest für heute! Unser
nächstes Ziel ist ein Touristen- und Einkaufszentrum in Ocho Rios: das Taj Mahal. In besonders hoher Zahl sind hier
Juwelierläden vertreten. So ist es kein Wunder, dass wir den Einkaufsgelüsten wiederstehen können und stattdessen
die Zeit zur Verkostung von Kaffee und Rum, diesen in den verschiedensten Varianten (z.B. mit Banane, Kakao, Kaffee,
etc.), sowie zum Geldwechsel nutzen. Von hier aus fahren wir nur eine kurze Strecke, bevor wir Mittagspause machen.
Anschließend steht zum Abschluss - und als Höhepunkt - des heutigen Tages ein Besuch bei den
Dunn´s River Falls auf dem Programm. Es besteht hier die
Möglichkeit diese auf dem "Wasserweg" zu erklimmen. Diese nützen aber nur Karl und Robert, während ich mich dafür
"opfere" auf Renate und Sonja "aufzupassen". Es ist ganz lustig vom Trockenen Ufer aus zu sehen, wie die
verschiedensten Touristen - mit mehr oder weniger Hilfe durch die Guides - die Kaskaden besteigen. Aber ich bin mir
sicher, dass ich mich auch nicht geschickter als der Ein oder Andere angestellt hätte! Insgesamt ist es ein
kurzweiliger Aufenthalt bei diesen schönen Wasserfällen. Damit ist der Tag auch schon wieder gelaufen und es geht
retour zur Unterkunft, wo wir, nachdem wir unterwegs noch einen kurzen Fotostopp beim Columbus Denkmal in St. Anns
Bay einlegen, gegen 16.30 eintreffen. Bei der Abholung der Zimmerschlüssel lasse ich mir an der Rezeption noch den
Trick erklären wie ich die Dusche dazu bringen kann endlich zu funktionieren. Ist ein ganz einfaches Konzept, aber
allein hätte ich das wohl nie herausgefunden! Jedenfalls erfreut die Lösung dieses Problems auch Renate und Robert,
die es bislang auch noch nicht geschafft hatten die Brause in Schwung zu bringen. Die Zeit bis zum Abendessen
verbringe ich an der Bar, denn wenn ich am Zimmer geblieben wäre, hätte mich der Jetleg wohl in die Waagerechte
gezwungen.
Walkerswood Farm / Dunn´s River Falls / in den Fällen / Columbus Denkmal in St. Anns Bay
Bereits um 7.30 verlassen wir das Hotel und schon bald sucht uns wieder der Regen heim. Waren es gestern nur Schauer,
so entwickelt sich heute ein schöner Landregen, der uns bis zur ersten Station, der Sunvalley Plantage, begleitet.
Hier wird uns zunächst die Vielzahl der hier wachsenden Früchte vorgestellt. Inzwischen hat sich auch der Regen
verflüchtigt und wir starten zu einem Rundgang durch den Schaugarten, in dem uns die wichtigsten Gewächse gezeigt
werden, deren Namen ich mir unmöglich merken konnte. Zum Abschluss des Besuches gibt es noch Kostproben der
verschiedensten Erzeugnisse, bevor es auch schon wieder an der Zeit ist die Reise fortzusetzen. Ein weiter Weg
liegt vor uns, bis wir unser nächstes Ziel, die Somerset Falls,
erreichen. Es sind dies kleine Wasserfälle inmitten des jamaikanischen Regenwaldes. Um zum schönsten der Katarakte
zu gelangen müssen wir in ein kleines Boot einsteigen und erreichen dieses in wenigen Minuten. Es ist zwar
sehenswert, aber, durch die Gischt der Fälle, auch eine sehr feuchte Angelegenheit! Am Fuße der Somerset Falls
legen wir auch unsere heutige Mittagspause ein. Das ist allerdings eine recht langwierige Angelegenheit. Wenn nicht
Nadja, wie in den meisten anderen Restaurants auch, als Hilfskellnerin eingesprungen wäre, würden wir wohl heute
noch dort sitzen und auf Essen und Trinken warten! Von hier geht es weiter nach
Port Antonio, der Hafenstadt im Nordosten der Insel. Hier
bekommen wir 90 Minuten um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Da sich die Mädels selbständig machen wollen,
mache ich mich mit Karl und Robert auf den Weg. Zunächst durchstreifen wir den Wochenmarkt, um dann einen Abstecher
zur Errol Flynn Marina zu machen. Da das aber alles nicht wirklich sehenswert ist, beschließen wir noch irgendwo
ein Getränk zu uns zu nehmen. Nach einiger Suche finden wir schließlich ein Dach"cafe", das unseren Ansprüchen
zusagt: außer uns nur Einheimische, ein leictter Haschisch Duft liegt in der Luft und die Preise sind um einiges
günstiger als in den Touristenlokalen (3 Red Stripes und 1 Cola für
5,10 US-Dollar)! Übrigens muss ich hier mal erwähnen, dass das jamaikanische Bier sehr würzig schmeckt und durchaus
trinkbar ist. Bald ist es dann auch schon wieder Zeit das Lokal zu verlassen und zum Bus aufzubrechen. Hier treffen
wir zwar pünktlich ein, trotzdem sind wir aber die Letzten und alle warten schon ungeduldig. So können wir, sobald
wir eingestiegen sind, die paar Minuten Fahrt in Richtung der etwas außerhalb gelegenen
Bayview Villas, unser Quartier für die nächsten beiden Nächte, in Angriff
nehmen. Hier beziehen wir die Zimmer und sehen uns danach ein wenig um: die Anlage liegt mitten im Urwald, mit
schönem Ausblick auf eine Bucht. Fürs Swimming Pool ist es leider ein wenig zu kühl, so dass wir lieber an der Bar
aufs Abendessen warten.
"moderner" Traktor / 2x Somerset Falls / Bayview Villas
Am Morgen wieder, der wohl schon obligate, Starkregen, der aber zum Glück bereits während des Frühstücks
aufhört. Gerade heute wäre der Niederschlag extrem störend, da am Vormittag eine etwa zweistündige Bambusfloßfahrt
entlang des Rio Grande auf dem Programm steht. Aber das Wetter wird von Minute zu Minute schöner und als wir beim
Startpunkt ankommen gibt es bereits strahlenden Sonnenschein. Die Flussfahrt ist zwar fakultativ, und mit 36
US-Dollar pro Person auch nicht gerade ein Okkasionsangebot, trotzdem machen alle mit. Die Fahrt selbst ist zwar
wenig spektakulär und es gibt leider auch nicht sehr viel zu sehen. Lediglich ein paar Aasgeier, die sich uns
offensichtlich als Beute auserkoren haben, bleiben unbefriedigt am Ufer zurück und hie und da ist am Ufer ein
Reiher zu sehen. Auch die Landschaft ist nicht unbedingt aufregend. Beeindruckend ist lediglich die Ruhe und Stille
die hier herrscht. Zusätzlich muss ich, nach anschließenden Gesprächen mit Mitreisenden, feststellen, dass wir
anscheinend den unfähigsten "Kapitän" erwischt hatten. Während die anderen Fahrer Extratouren durch Flussengen
gemacht haben, den Passagieren Geschichten erzählt und Reggaelieder vorgesungen haben, brachte unserer während der
ganzen Tour nicht den Mund auf und blieb auf der einfachsten Route. Das positive war nur dass er seine Leistung
offensichtlich selbst richtig einschätzen konnte und sich nicht einmal das obligate Trinkgeld fordern traute! Sei's
wies sei! Nachdem die ganze Reisegruppe wohlbehalten an der Flussmündung eingetroffen ist, brechen wir auf nach
Boston.
Am Rio Grande
Von hier aus soll die jamaikanische Nationalspeise, das Jerk Pork oder Chicken, seinen Siegeszug über die Insel
angetreten haben. Bereits seit dem 17. Jh. wurde das Schweine- bzw. Hühnerfleisch mit einer scharfen Pfeffer-Kräuter
Mischung gewürzt und in die Blätter des Pimentbaumes eingewickelt. Anschließend kam es in eine mit heißen Steinen
und schwellenden Pigmentholz gefüllte Grube, die mit Palmblättern abgedeckt wurde. Es dauerte dann bis zu 36 Stunden
bis das Fleisch fertig gekocht war. Doch das war früher! In der heutigen Zeit wird das Jerk meist in
aufgeschnittenen Fässern, die mit Wellblech abgedeckt sind, zubereitet. Das soll genauso gut sein, geht aber
wesentlich schneller! Jedenfalls soll es noch heute in Boston die besten Jerk Spezialitäten Jamaikas geben. An
einem dieser Jerk Center halten wir an und machen Mittagspause. Ich persönlich entscheide mich für das
Schweinefleisch und probiere danach noch ein Stück Hühnchen von Renate. Beides hat einen ausgezeichneten Geschmack,
ist aber doch relativ scharf, so dass es sicherlich nicht jedermanns Sache ist.
Den Nachmittag verbringen wir mit einem Badeaufenthalt am Frenchman´s Cove. Angeblich eine der schönsten - wenn
nicht die schönste - Bucht Jamaikas. Sie ist wirklich sehr schön anzusehen und der Aufenthalt hier ist wirklich
erholsam. Lediglich die kalten Strömungen die immer wieder durch die Bucht ziehen stören das Badevergnügen etwas.
Trotzdem vergeht die Zeit viel zu schnell und es ist an der Zeit zum Hotel aufzubrechen. Hier bleiben wir aber
nicht lange. Lediglich etwas Zeit zum Frischmachen, dann fahren wir auch schon wieder zurück zur Frenchman´s Cove.
Hier steht das Abendmahl in Form eines Candlelight Dinners auf dem Programm. Gutes Essen gepaart mit aufgelockerter
Stimmung ergeben in Summe einen schönen Tagesausklang!
Jerk "Restaurant" / Trident Castle / Frenchmen´s Cove
Nach dem Frühstück brechen wir unsere Zelte in Port Antonio auch schon wieder ab. Entlang der Küstenstraße, gleich
nach der Stadt durch eine riesige Baustelle, fahren wir bis Annetto Bay, wo wir in Richtung der Blue Mountains
abbiegen. Durch enge und kurvenreiche Straßen geht es in rasanter Fahrt - oder so schnell es diese gerade noch
zulassen - bis zum botanischen Garten von Castleton. Es ist dies der älteste seiner Art auf Jamaika und neben
Pflanzen aus aller Welt gibt es hier die größte Palmensammlung der Karibik. Angeblich um die 150 Arten! Der alte
Peco, einst Gärtner hier im Park, verdient sich ein Zubrot und führt die Besucher durch den Garten, wobei er in
einem Kauderwelsch aus Englisch, Deutsch und Patois,
eine auf Jamaika gesprochene Kreolensprache, die verschiedensten Gewächse, deren Eigenarten und Herkunft erklärt. Es
ist schon schwer seinen Ausführungen zu folgen, ein Ding der Unmöglichkeit ist es freilich sich mehr als nur
Bruchteile zu merken! Gegen Ende des Rundganges haben wir sogar noch das Glück ein männliches Exemplar des
Doctor Birds, dem leicht an seinem langen, zweigeteilten
Schwanz erkennbaren Nationalvogel Jamaikas, zu sehen.
Nach etwa einer Stunde setzen wir unsere Reise fort in Richtung der Hauptstadt
Kingston. Über die Stony Hills fahren wir in die
Stadt und machen einen Stopp beim Devon House Park. Nach etwa 30
Minuten müssen diejenigen, welche das Bob Marley Museum
besuchen wollen auch schon wieder weiter. Wir nutzen diese Zeit um einen Snack zu uns zu nehmen, dann verlassen uns
die Mädels in Richtung Museum, während wir Männer den Park durchstreifen und das angrenzende Herrenhaus in
Augenschein nehmen. Wie ein kleiner, Ende des 19. Jh. im klassizistischen Stil erbauter, Palast steht es vor uns.
Der erste dunkelhäutige Millionär Jamaikas, Georg Stiebel, stellte es nach seinem Tod der Bevölkerung zur Verfügung
und nach wie vor ist auch eine Innenbesichtigung möglich. Auf die verzichten wir aber. Vor der Weiterfahrt bleibt
noch genügend Zeit um das angeblich beste Eis der Insel zu probieren. Dieses ist wirklich gut, erwähnenswert ist
jedoch der Name der Eisdiele: I Scream! Wirklich ein schönes und witziges Wortspiel! Bald darauf starten auch wir
in Richtung des Marley Museums um die Mädels, und natürlich auch die restlichen Mitreisenden, abzuholen. Es
verbleibt ein wenig Zeit um den Hof mit dem Eingangsbereich zu durchstreifen. Was dabei besonders auffällt ist der
Unterschied bei den Eintrittspreisen: Touristen bezahlen 20 US $, Einheimische 500 Jamaika $ (knapp 7 US $)!
Doctors Bird / Devon House / Weihnachtskrippe / Bob Marley Statue
Dann verlassen wir Kingston in Richtung der vorgelagerten Landzunge auf der sich früher die Stadt
Port Royal befand. Einst Hauptquartier zahlreicher
Piraten, darunter auch Henry Morgan, der berühmteste
jamaikanische Freibeuter, wurde sie von 6 Forts beschützt und konnte allen Angriffen trotzen. Gegen die
Naturgewalten half aber auch das nichts! Bei einem Erdbeben am 7. Juni 1692, mit nachfolgendem Tsunami, wurde sie
fast völlig zerstört, so dass heute nur noch Überreste von einer der Wehranlagen, Fort Charles, Zeugnis der
damaligen Zeit geben können. Diese besichtigen wir ausgiebig. Höhepunkt ist das ehemalige Munitionslager, Giddy
House, das bei einem großen Erdbeben 1907 teilweise versunken ist und noch heute total windschief in der Gegend
herumsteht. Man kann es auch betreten und versuchen in gerader Linie durch den einstigen Lagerraum zu gehen, das
ist aber fast unmöglich, da man durch die extreme Schräglage immer wieder von der Schwerkraft in Richtung der
unteren Wand gezogen wird!
Schnell ist es dann wieder an der Zeit nach Kingston zurückzufahren. Einen kurzen Fotostopp gibt es noch bei den
Denk- und gleichzeitig auch Grabmälern für die sieben Nationalhelden Jamaikas. Die Träger dieses Titels, die
höchste Auszeichnung Jamaikas, erhalten den Orden des Nationalhelden und den Titel "The Right Excellent". Etwas
erstaunt bin ich darüber dass die, von Soldaten in Galauniform bewachten, Bauwerke sehr modern gestaltet sind und
bei unserem Besuch neben der Flagge Jamaikas auch jene Brasiliens aufgezogen ist. Für zweiteres erhalte ich auch
auf Nachfrage bei der Reiseleiterin keine Erklärung außer dass das normal nicht der Fall ist. Nach diesem Halt
kämpfen wir uns durch den von Minute zu Minute stärker werdenden Feierabendverkehr in Richtung unseres Hotels für
die heutige Nacht: das Four Seasons Kingston. Das ist zwar ein sehr schönes Quartier, hat aber mit der gleichnamigen
Luxushotelkette nur den Namen gemeinsam! Hier bleibt gerade noch Zeit für einen kurzen Besuch an der Bar, bevor auch
schon wieder das Abendessen auf dem Programm steht. Anschließend ziehen wir uns bald auf unsere Zimmer zurück.
Fort Charles / Giddy House / Ich in Fort Charles / Wache bei den Denkmälern / Monument für Norman Manley
Das war es dann auch schon wieder mit dem Besuch in Kingston. Wir verlassen die Stadt in westlicher Richtung, wobei
wir die einzigen 33 km Autobahn der Insel benutzen. Abgesehen von einer kurzen Toilettenpause gibt es den ersten
interessanten Halt in Mandeville bei der Kaffeerösterei Baronhall Estate.
Ein Rundgang durch die Produktionsstätten sowie die Verkostung des ausgezeichneten
Blue Mountain Kaffees stehen auf dem
Programm. Zum Abschluss gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit diesen käuflich zu erwerben - die Betreiber
wollen ja schließlich auch ein Geschäft machen!
Weiter geht es über enge und kurvige Straßen zur größten Rumdestillerie Jamaikas: das
Appleton Estate. Begrüßt werden mir mit einem guten Rumpunsch, der sicher
- natürlich im heißen Zustand - auch auf unseren Weihnachtsmärkten bestehen könnte. Nach einer Besichtigung der
Brennerei, des Rumlagers und natürlich einiger alten Geräte, die museumsartig im Garten aufgebaut sind, gibt es
noch die Möglichkeit zu einer ausgiebigen Verkostung der hauseigenen Produkte und natürlich ist auch ein Shop dabei.
Aber ich habe den Eindruck, dass der Andrang auf die Proben stärker ist als der an den Kassen.
APPLETON ESTATE: Rumfabrik / historische Zuckerrohrpresse / Rumlager / Wir 5 / Karl und Sonja
Nächstes Ziel ist Black River wo wir
zunächst eine kurze Mittagspause einlegen bevor wir am gleichnamigen Fluss
zu einer Krokodil (eigentlich Alligator)-Safari aufbrechen. Natürlich ist uns das Glück hold und wir bekommen
einige Exemplare dieser Gattung zusehen. Was ich erst daheim beim betrachten der Bilder bemerke ist, dass sich
unsere Reiseleiterin Nadja von einem der Alligatoren, und nicht unbedingt von einem kleinen, "Pfote" geben lässt
bzw. diese unaufgefordert ergreift! Ansonsten sehen wir noch jede Menge Reiher und etwas entfernt einen der -
lediglich - vier Königsadler die in dieser Region angesiedelt sind. Dazu kommen noch, aber die sind sowieso immer
da, umfangreiche Mangrovensümpfe mit ihrem ausgedehnten Wurzelwerk. Die Rundfahrt mit dem Motorboot dauert etwa
eine Stunde, dann brechen wir auf zu unserem heutigen Etappenziel: Treasure Beach. Hier treffen wir gegen 17 Uhr
ein und nachdem es den ganzen Tag über sonnig war begrüßen uns leichte Regenschauer. Das Quartier, die
Sunset Resort Villas, ist eine sehr schöne Bungalowanlage, wobei aber
der Küstenabschnitt davor nicht gerade einladend wirkt. Grund dafür sind etliche Felsen und eine überaus starke
Brandung. Aber da das Wetter sowieso nicht dazu einlädt den Rest des Tages am Wasser zu verbringen - und es morgen
früh ja wieder weiter geht - kann uns das egal sein. So machen wir einen Kurzbesuch an der Bar, nehmen ein
ausgiebiges Abendessen zu uns und nach einem abschließenden Bier ziehen wir uns zur Nachtruhe zurück.
Safariboot am Black River / Alligator / Alligator gibt "Pfote" / Sonnenaufgang am Treasure Beach
Damit ist auch schon wieder der letzte Tag der Rundreise angebrochen. Nach dem Frühstück verlassen wir Treasure
Beach in Richtung der YS-Wasserfälle. Unterwegs ein kurzer Halt in der
Bambusallee. Diese, einige Kilometer lange, Straße wurde einst von den Engländern angelegt und ist - wie der Name
schon sagt - beiderseits von riesigen Bambussträuchern begrenzt. Diese bilden einen regelrechten Tunnel so dass es
hier schön schattig und kühl ist. Bald darauf erreichen wir die YS-Fälle, oder besser gesagt das Besucherzentrum.
Hier steigen wir auf umgebaute Traktoranhänger um und werden zu den eigentlichen Fällen gebracht. Langsam steigen
wir neben den Katarakten hoch und genießen den Ausblick auf Fluss und Regenwald. Plötzlich sehen wir Wolf, einen
Mitreisenden aus unserer Gruppe - der übrigens genauso wie ich heute Geburtstag hat, auf einer Guerilla-Rutsche,
die über dem Wasser angebracht ist, Richtung Tal gleiten. Das bringt Sonja und Robert auf die Idee selbiges zu
machen und sie machen sich auf den Weg um sich anzumelden. Besonders bei Sonja wundert mich das sehr, da sie
eigentlich unter Höhenangst leidet. So halte ich das Ganze für einen Scherz bis die beiden in voller Ausrüstung und
in Begleitung von zwei Rangern wieder den Berg hochkommen. Nachdem die beiden wieder im Tal sind und festen Boden
unter den Füssen haben frage ich Sonja wie sie auf diese Idee gekommen ist. Ihre lapidare Antwort: Ich wollte
endlich einmal etwas machen das sich der Karl nicht traut! Das ist natürlich ein Grund! Übereinstimmend sagen
beide, dass es sehr viel Spaß gemacht hat und bei der herrlichen Aussicht gar kein Gedanke an Angst aufgekommen ist.
Noch ein paar Worte zur Anlage: diese macht einen sehr gepflegten Eindruck, so dass man sie eher irgendwo in Europa
als hier in der Karibik vermuten würde!
Auf der Weiterfahrt bleiben wir kurz bei einer der Straßenverkäuferinnen stehen, da ich die
Pepper-Shrimps, die diese anbieten, kosten
will. Laut Nadja sollen diese sehr scharf sein, was mein Interesse erst geweckt hat, aber ich finde dass sie zwar
eher salzig, aber trotzdem sehr gut, schmecken. Als letzter Punkt steht noch der Besuch einer Orchideenfarm auf dem
Programm. Der ist allerdings schnell absolviert, so dass der Weiterreise nach Negril nichts mehr im Wege steht.
Hier kommen wir gegen 14 Uhr an und besuchen zunächst noch den Leuchtturm am Westend. Schnell wird noch ein
"Mannschaftsfoto" von der gesamten Reisegruppe gemacht, dann beginnt das Aufteilen auf die gebuchten Strandhotels.
Dabei haben wir Glück dass das von uns gebuchte RIU Palace Tropical Bay das Erste ist das angefahren wird. So
können wir schon lange zum gemütlichen Teil übergehen, während unsere Mitreisenden teilweise noch stundenlang im
Bus sitzen müssen. Schnell verabschieden wir uns und machen uns ans einchecken.
Bambusallee / 2x YS-Wasserfälle / Sonja auf der Guerillarutsche
Wir beziehen unsere gebuchten Junior Suiten, welche, wie auch das was wir bislang vom Hotel gesehen haben, einen
sehr schönen Eindruck hinterlassen. Allerdings wirkt alles ein bisschen leer, da kaum Gäste zu sehen sind. Wenig
später an der Poolbar erfahren wir dann dass wir uns da nicht getäuscht haben. Nach fünfmonatiger Sperre wegen
umfangreicher Renovierungsarbeiten wurde erst heute wiedereröffnet, so dass es sich erst in den nächsten Tagen
schön langsam füllen wird. Wir genießen ein paar - sehr gute - Cocktails, bevor wir zurück auf die Zimmer gehen.
Hier erwartet mich eine schöne Überraschung: Sonja und Renate haben es geschafft in mein Zimmer zu kommen;
anscheinend wurde ihnen vom Personal Einlass gewährt. Jedenfalls haben sie, anlässlich meines Geburtstages das
Zimmer mit etwa 30 Luftballons "verschönert". Die sind überall angeklebt, so dass es mir später einige Arbeit
bereitet meine Suite wieder in den Urzustand zu versetzen. Aber das ist gar nicht das Schlimmste! Zu allem
Überfluss haben sie noch den Inhalt meiner Minibar entführt! Den bringen sie mir dann - wenn auch erst nach
eindringlichem Bitten - aber doch wieder zurück.
RIU Palace Tropical Bay
Ansonsten verbringen wir eine schöne Woche mit relaxen an der Bloody Bay von Negril. Das Wetter ist, bis auf einen
Regentag, in Ordnung, lediglich wenn sich Wolken am Himmel zeigen und eine steife Brise bläst wird es doch etwas
kühl. Schön ist auch, dass durch die geringe Belegung, am Strand sehr wenig los ist, so dass man genügend Platz hat
und nicht liegt wie die Ölsardinen. Das Meer ist angenehm warm - wärmer als die Swimmingpools - und am Ufer
ziemlich flach abfallend. Im Laufe der Woche werden immer wieder Seesterne angeschwemmt, was ich in dieser Form
eigentlich noch nirgends gesehen habe.
Strand der Bloody Bay
Zum Hotel ist noch anzumerken dass man in den ersten Tagen schon gemerkt hat dass länger geschlossen war und sich
die Abläufe erst wieder einspielen bzw. automatisieren müssen. Dazu kommt, dass an den ersten beiden Abenden das
Hauptrestaurant, wegen der wenigen Gäste, geschlossen hatte ohne dass man uns darüber informierte. So mussten wir
erst mal suchen wo wir überhaupt ein Abendessen bekommen. Vom Standard der Shows war ich bis auf eine Ausnahme
ebenfalls enttäuscht, da bin ich anderes gewohnt. … und auch die Aufmerksamkeit und Freundlichkeit des Personals
lies teilweise zum Wünschen übrig. Bei einem Vergleich mit dem
RIU Tequila an der Playacar
in Mexiko, das einzige RIU Hotel das ich sonst kenne, hat das Palace in Negril jedenfalls in fast allen Belangen
Nachholbedarf!
Nachtaufnahmen und Sonnenuntergang
Trotzdem vergeht die Woche viel zu schnell und der Tag der Abreise bricht an. Da der Transfer zum Flughafen erst
abends ist können wir, nach Diskussionen am Frontdesk, wenigstens ein Zimmer bis dahin behalten, so dass wir noch
den ganzen Tag über Zeit haben Abschied von Sonne, Strand und Meer zu nehmen. Die Heimreise vergeht ohne
Komplikationen, sogar im Condor-Flieger ist die Temperatur diesmal angenehm, und am Abend des 19. 12. 2008 treffen
wir wohlbehalten in Wien-Schwechat ein!
Der Reisebericht ist damit zu Ende, hier aber noch ein kurzes Fazit der Rundreise aus meiner Sicht: abgesehen von
den schönen Wasserfällen nicht unbedingt aufregend, da die Insel kulturell halt nicht sehr viel zu bieten hat, was
mir aber schon im voraus klar war, so dass ich mich darüber nicht beschweren kann. Die Besuche auf den verschiedenen
Farmen und in den verschiedenen Fabriken waren teilweise interessant, aber vieles davon habe ich halt schon in
anderen Ländern, in größerer oder schönerer Form, gesehen. Wenn ich etwas zu bekritteln habe, dann dass es fast
nicht möglich war Kontakt mit der Bevölkerung - außer den Bediensteten in der Gastronomie - herzustellen da die
Unterkünfte auf der Rundreise alle sehr abgelegen waren.
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