NEPAL (20. 1. - 28. 1. 1999)


Am 20. Jänner um 23.05 geht es los. Um 22.30 treffen wir uns am Flughafen Schwechat. Wir, das sind Albert, Bertl, Mike und ich. Bald darauf hebt der Airbus der Austrian Airlines ab zum Direktflug nach Kathmandu, wo wir gegen Mittag des nächsten Tages eintreffen. Die Zollformalitäten nehmen einige Zeit in Anspruch und anschließend werden wir in unser Hotel gebracht. Bei der Fahrt dorthin sind wir geschockt von der Armut die hier überall herrscht. Im Hotel Malla beziehen wir unsere Zimmer, und nachdem wir uns beim Mittagstisch gestärkt haben brechen wir zu einer Erkundung der Umgebung auf. Der Weg führt uns nach Thamel, der Altstadt Kathmandus. Hier herrscht ein reges Treiben und fast alle Verkäufer wollen uns ihre Geschäftstüchtigkeit beweisen indem sie uns irgendwelche Sachen andrehen wollen. Bis zum Einbruch der Nacht treiben wir uns hier herum und genießen die fremdartige Umgebung. Mit der Dunkelheit erlahmt das Leben und so begeben wir uns, unter leichten Schwierigkeiten mit der Orientierung, da es auch keine Straßenbeleuchtung gibt, zurück zum Hotel. Hier gibt es nach dem Abendessen noch eine Vorführung nepalesischer Folkloretänze. Anschließend lassen wir den Abend an der Bar ausklingen.

Ich, Bertl, mike und Albert Links: Dorje-Lakpa Lhotse
Ich, Bertl, Mike und Albert / Himalaja, Dorje-Lakpa / Himalaja, Lhotse

Heute heißt es früh raus aus den Federn. Bereits im Morgengrauen werden wir zum Flugplatz gebracht, wo wir einen Rundflug mit Gorkha Airlines gebucht haben. Der rund 90 minütige Flug führt entlang der Bergriesen des Himalajas bis zum Mt. Everest und schließlich direkt auf den höchsten Berg der Welt zu. Da wir ein tolles Flugwetter haben bieten sich uns beeindruckende Aussichten auf dieses Gebirgsmassiv und viel zu schnell sind wir wieder zurück auf festem Boden. Anschließend geht es dann ins Zentrum Kathmandus, wo ein Spaziergang auf dem Programm steht. Vorbei geht es am alten Königspalast bis zum Durbar Square, dem bekanntesten Platz der Stadt, der nur aus den verschiedensten Tempeln zu bestehen scheint. Außerdem wimmelt es hier von Straßenhändlern, von denen übrigens einer Mike für die nächsten 2 Stunden verfolgt, Bettlern und heiligen Männern. Weiters befindet sich hier noch der Kumari Bahal. Das ist ein prächtiger Palastbau, der der lebenden Göttin Kumari als Residenz dient und dessen Innenhof zu den schönsten Nepals zählt. Als nächstes geht es nach Bodnath, wo wir die Stupa, eines der ältesten buddhistischen Heiligtümer des Landes, besuchen. Hier nehmen wir, auf einer Dachterrasse mit herrlichem Ausblick auf den Tempel, auch das Mittagessen ein, bevor es nach Pashupatinath weitergeht, dem größten Heiligtum der nepalesischen Hindus. Da der Eintritt für Ungläubige leider verboten ist, können wir diese herrliche, am heiligen Fluss Bagmati gelegene, Tempelstadt leider nur von einem gegenüberliegenden Hügel aus betrachten. Da sich am Fluss auch die Verbrennungsplätze für die Verstorbenen befinden, bietet sich uns auch die Möglichkeit bei einer Feuerbestattung zuzusehen.

Kathmandu, Durbar Square Schlangenbeschwörer Bodnath Stupa Pashupatinath
Durbar Square in Kathmandu / Schlangenbeschwörer / Stupa von Bodnath / Tempel von Pashupatinath

Gleich anschließend geht es weiter nach Swayambhunath. Die dortige Stupa liegt auf einer Anhöhe und ist das älteste und bedeutendeste buddhistische Heiligtum Nepals. Eine Besonderheit hier sind die zahlreichen, freilebenden, Affen, die sowohl für die Buddhisten als auch für die Hinduisten heilige Tiere sind. Doch nicht nur die Stupa, mit den verschiedenen Nebentempeln, ist wunderschön anzusehen, es bietet sich auch ein toller Ausblick auf das Kathmandu Tal mit der Himalaja-Nordkette im Hintergrund. Damit neigt sich der heutige, doch ein bisschen stressige, Tag auch schon dem Ende zu und es geht zurück ins Hotel, wo wir nur noch einen kurzen Schlummertrunk nehmen bevor wir zur Nachtruhe aufbrechen.

Swayambhunath Stupa heiliger Affe Nargakot Himalaja
Stupa von Swayambhunath / Swayambunath, heiliger Affe / Sonnenaufgang bei Nargakot / Himalaja

Wieder haben wir nur eine kurze Nacht hinter uns, da es bereits um 5 Uhr früh wieder losgeht. Unser Ziel ist Nagarkot, wo wir in über 2100 m Seehöhe einen wirklich sehenswerten Sonnenaufgang, vor dem Hintergrund des Himalajamassivs, genießen. Anschließend gibt es dann Frühstück, bevor wir zu einer Wanderung aufbrechen. Diese führt uns, nach einem anfangs doch etwas beschwerlichen Aufstieg, zu wunderschönen Aussichtspunkten. Von einer Anhöhe aus können wir in einem 360° Grad Panorama, vom Annapurna über Melungtse , Gaurishanker und Mt. Everest, alle Bergriesen der Himalaja Nordkette betrachten. Als uns unser Weg dann wieder bergab führt, passieren wir kleine, malerisch in die Landschaft gefügte, Dörfer mit durchwegs freundlichen Menschen. Dabei bekommen wir auch einen kleinen Eindruck über die schwierigen Lebensbedingungen und die Armut die hier, fernab der Zivilisation, herrschen. Kurz vor Ende unserer Wanderung nehmen wir noch ein, angeblich, typisches Sherpa-Mittagessen, bestehend aus Reis, Linsen-Suppe, Gemüse und Hühnerfleisch, zu uns. Nach einer weiteren Stunde Wanderung erreichen wir unseren Bus, der uns dann nach Dhulikhel bringt. Diese Stadt liegt auf einer Anhöhe gegenüber des Himalajamassivs, und bei herrlichen Aussicht nehmen wir den, als Überbleibsel aus den englischen Kolonialzeiten, typischen Nachmittagstee ein. Von hier aus fahren wir dann zurück zum Hotel, wo wir bei Einbruch der Dunkelheit eintreffen. Damit ist, angesichts der frühen Tagwache und der doch anstrengenden Wanderung, der heutige Tag auch schon wieder fast gelaufen.

Familienwaschtag Gebirgsdorf Land und Leute Reisfelder
Eindrücke von der Wanderung

Am heutigen Morgen verlassen wir Kathmandu in Richtung Südwest und fahren entlang des Trishuli River zum Chitwan National Park. Die Fahrt führt uns durch herrliche Gebirgstäler und Flusslandschaften bis nach Sauhara. Hier verlassen wir den Bus und werden mit Jeeps zu unserem Quartier für die nächsten zwei Nächte, dem Royal Park Hotel, gebracht. Nach dem beziehen der Unterkünfte, einfache Hütten für jeweils 2 Personen, und dem Mittagessen machen wir eine Kanufahrt auf dem Fluss. Wir sehen dabei zwar nicht sehr viele Tiere, nur ein paar Krokodile und Vögel, die Landschaft durch die wir fahren ist aber absolut sehenswert und, vor allem nach der Hektik der Großstadt, absolut ruhig. Anschließend besuchen wir noch die einzige Elefantenzuchtstation Nepals, die sich auch hier im Park befindet. Hier werden die Jungtiere für die auf sie später zukommenden Arbeiten ausgebildet. Nach einer Besichtigung der Stallungen können wir noch bei der Elefantenfütterung zusehen, bevor es wieder zurück ins Quartier geht. Hier setzen wir uns am Abend noch bei einem Bierchen zusammen bevor wir uns zur Nachtruhe begeben.

Marktstand Junge Nepalesin Straßenschneider Erholungsphase
Eindrücke von der Fahrt zum Chitwan National Park / Ruhepause nach der Ankunft

Heute Vormittag steht eine Ausfahrt mit dem Ochsenkarren zu einem Dorf der Tharu, einer mongolischstämmigen Volksgruppe, auf dem Programm. Nachdem zuerst noch ein dichter Morgennebel über dem Land liegt, klart es gegen 10 Uhr auf und es wird wieder ein strahlend schöner Tag. Im Dorf angekommen wird uns die Lebensweise der Tharus anhand einer Führung nahegebracht. Diese ist sehr ausführlich, und so dauert es eine gute Stunde bis wir uns wieder auf unsere Gefährte schwingen und den Weg zurück antreten. Am Nachmittag steht dann eine Elefantensafari auf dem Programm. Doch dabei ist uns das Glück nicht wirklich hold. Obwohl wir uns stundenlang durch den Dschungel schlagen sehen wir nichts wirklich aufregendes. Erst auf dem Rückweg kreuzen ein paar Panzernashörner unseren Weg. Die müssen wir natürlich ausgiebig bewundern und fotografieren, so dass schon die Dunkelheit hereinbricht als wir wieder im Quartier eintreffen. Nach dem Abendessen haben wir noch die Möglichkeit uns einen Diavortrag über Flora und Fauna des Parks anzusehen, bevor uns noch eine Folkloregruppe der Tharu mit ihren alten Volkstänzen erfreut.

Schilfschneider Krokodil Hat der aber ´nen kleinen Rüssel! Staugefahr!
Fleissige Nepalesin / Krokodil / Junior-Elefant / Unterwegs ins Tharu-Dorf

Tharu-Mädchen Beim Elefantenreiten Mike, Albert und Bertl Peanuts! Coconuts!
Mädchen imTharu-Dorf / Elefantenreiten / Die 3 am Jeep / Erfrischung gefällig?

Nach einem ausgiebigen Frühstück werden wir, wieder mit den Jeeps, zurück zum Bus gebracht. Auf der gleichen Strecke auf der wir hergekommen sind, geht es wieder zurück nach Kathmandu. Abermals können wir die herrliche Gebirgslandschaft rechts und links des Trishuli River genießen. Durch ein paar unterwegs eingelegte Stops wird es Nachmittag bis wir wieder in unserem Hotel ankommen. Da für heute keine Besichtigungen mehr geplant sind machen wir wieder einen kleinen Spaziergang durch Thamel. Zum Abendessen sind wir dann vom Reiseveranstalter, Kuoni Reisen, in das beste Hotel und Restaurant Kathmandus, das Yak und Yeti, eingeladen. Nicht nur dass wir die tolle Atmosphäre und das wirklich ausgezeichnete Essen hier genießen können, haben wir auch die Gelegenheit bei einer hier gerade stattfindenden nepalesischen Hochzeitsfeier zuzusehen. Gegen 22 Uhr bringt uns der Bus wieder ins Hotel, wo wir noch einen kurzen Halt an der Bar machen bevor wir uns auf unsere Zimmer zurückziehen.

Heute, am letzten Tag unseres Aufenthalts hier in Nepal, steht noch die Besichtigung der alten Königsstädte der Mallas, Bhaktapur und Patan. Vormittags besuchen wir Bhaktapur. Hier sind die herausragenden Sehenswürdigkeiten wieder am, und rund um den, Durbar Square zu sehen. Dazu gehören vor allem der alte Königspalast, einer der ältesten Paläste des Tales, mit seinen wunderschönen, holzgeschnitzten Fenstern, sowie das Goldene Tor, das als schönstes und reichst verziertestes Tor der Welt gilt. Nachmittags geht es dann weiter nach Patan. Auch hier gibt es wieder einen Durbar Square, angeblich den schönsten Nepals, wo sich der Königspalast und die wichtigsten Tempeln befinden. Aus diesen Tempeln ragen vor allem der Krishna Mandir, ein vierstöckiger Steinbau aus dem 17. Jahrhundert, sowie die Garuda Statue, die den Göttervogel mit menschlichem Gesicht zeigt, heraus. Nach einer ausgiebigen Besichtigung geht es wieder zurück ins Quartier. Den Abend verbringen wir wieder im Yak und Yeti, diesmal auf eigene Kosten, was jedoch nicht wirklich teuer ist.

Bakhtapur Goldenes Tor Patan Krishna Mandir Garuda Statue
Bakhtapur, Durbar Square / Goldenes Tor / Patan, Durbar Square / Krishna Mandir / Garuda Statue

Während Albert und Mike heute die Heimreise antreten müssen, werden Bertl und ich schon früher zum Flughafen gebracht, da wir nach Indien weiterreisen. Doch das ist eine andere Geschichte, die Ihr hier nachlesen könnt.


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