THAILAND (27. 11. - 13. 12. 2003)



Endlich ist Ende November da und damit die Zeit wieder mal nach Asien zu reisen. Diesmal geht es, wieder in Begleitung von Herbert und Roman, nach Thailand. Auf dem Programm stehen Bangkok, eine Nordthailandrundreise und ein abschließender Badeaufenthalt auf Phuket.
Eigentlich sollten wir am 27. 11 um 23.10 mit einer Maschine der Lauda Air direkt nach Bangkok abheben, doch verursacht durch technische Probleme verzögert sich der Start bis fast 3 Uhr morgens! Diese Verspätung kann natürlich nicht mehr aufgeholt werden, so dass es nach zehnstündigem Flug und Transfer bereits fast 20.30 Ortszeit (+ 6 Stunden zur MEZ) ist bis wir in unserem Bangkoker Hotel, dem Royal Benja nahe der Shukomvit Road, unsere Zimmer beziehen. Fast nebenbei bemerken wir während der Fahrt zum Hotel auch noch dass bei der Buchung etwas schief gelaufen sein muss: statt der angestrebten zwei Tage für die Besichtigung der Stadt bleibt nur einer, da die Rundreise bereits am Sonntag, zeitig in der Früh, beginnt! Den angebrochenen Abend verbringen wir dann bei einem kleinen Spaziergang über die Shukomvit Road, eine der Haupteinkaufsstrassen der Stadt, wo wir dann in einer kleinen Bar noch ein kleines Abendessen und zwei-drei Bierchen zu uns nehmen, bevor wir uns ziemlich früh zur Nachtruhe begeben um am nächsten Tag fit zu sein.

Haupteingang zum Palast und zum Wat Phra Kaeo Tempelwächter (Dschak´s) beim Eingang zum Wat Phra Kaeo Tempel des Smaragdbuddhas Der goldene Chedi des Wat Phra Kaeo
BANGKOK; Wat Phra Kaeo

Den Tag beginnen wir mit einem ausgiebigen Frühstück, bevor uns unser erster Weg ins Zentrum zum Großen Palast, der bis 1946 Amts- und Wohnsitz des thailändischen Königs war. Erbaut wurde er unter sieben verschiedenen Herrschern der Chakri-Dynastie, die seit 1782 das Land regiert, so dass dem Bauwerk die architektonische Geschlossenheit größtenteils fehlt. Dennoch ist der Palast mit seinen vergoldeten Bauten und seinen farbenfrohen Dächern, gemeinsam mit dem in die Anlage integrierten Wat Phra Kaeo, eindeutig die Hauptsehenswürdigkeit der Stadt. Natürlich durchstreifen wir ausgiebig sowohl den Palast als auch den Tempel, wo besonders der Smaragdbuddha, der im Inneren auf einem vergoldeten, elf Meter hohen Podest thront und - der Sage nach - über das Schicksal von König und Land wacht, sehenswert ist. Bedauerlich ist, dass in der Halle strengstes Foto- und Filmverbot herrscht. Nach der Besichtigung gönnen wir uns eine kurze Pause, bevor es weitergeht an das Ufer des Chao Praya, dem Hauptfluss der Stadt, aber auch des Landes. In der Nähe des Königspalastes besteigen wir eines der typischen Longtailboote, das uns durch die Klongs, die Kanäle Bangkoks, fahren soll. Leider führt der Fluss Hochwasser, so dass die Befahrung der kleineren Kanäle nicht möglich ist. Dennoch bietet uns die Fahrt entlang des Bangkok Noi Klongs Eindrücke über das Leben in des Stelzenhäusern am Fluss. Zum Abschluss machen wir noch einen Stopp beim Wat Arun, der zwar in Bangkoks Schwesternstadt Thonburi, am anderen Ufer des Chao Prayo, liegt aber dennoch als Wahrzeichen der Hauptstadt gilt. Der, nach Ansicht vieler, schönste Sakralbau Thailands entstand zu Anfang des 19. Jahrhunderts und soll das buddhistische Universum, mit dem heiligen Berg Meru und seinen 33 Himmeln im Zentrum, darstellen. Damit haben wir dann aber für heute genug Kultur gesehen, so dass wir den späteren Nachmittag mit einem Bummel durch den Wochenendmarkt (Suan Chatu Chak) verbringen. Auf dem riesigen Marktgelände, wo wir bereits nach kurzer Zeit total die Orientierung verlieren, bekommt man alles was man so zum täglichen Leben benötigt - und natürlich sämtlichen Ramsch den die Touristen gerne kaufen. Nach etwa zwei Stunden reicht es uns und wir besteigen den ganz in der Nähe verkehrenden Sky Train um ins Hotel zurückzufahren und uns nach einer kurzen Rast für den Abend frisch zu machen. Gegen 19 Uhr machen wir uns dann, wieder mit dem Sky Train, auf nach Pat Pong, dem Vergnügungszentrum der Stadt. Es folgt ein Streifzug durch den Nachtmarkt, vorbei an unzähligen Go Go Bars und Sex Clubs. Als uns der ganze Trubel dann allmählich zuviel wird fahren wir weiter zum Siam Square, wo allerdings die meisten Geschäfte bereits geschlossen haben, so dass es sofort weiter geht in Richtung Hotel. Doch bevor wir das erreichen bleiben wir noch in einem gemütlichen Biergarten, mit Happy Hour, hängen, so dass es ziemlich spät ist als wir endlich zum Schlafen kommen.

Chakri Palast, im Hintergrund Audienzhalle Wächter vor dem Chakri Palast Audienzhalle, Detailaufnahme Wat Arun Tempelwächter beim Wat Arun
BANGKOK; Großer Palast und Wat Arun

Bereits um 5.30 ist Tagwache angesagt! So sind wir noch ziemlich verschlafen als wir von unserer Reiseleiterin Tai sowie den Rest der Reisegruppe, die außer uns noch aus drei Damen aus dem Ländle (Vorarlberg) besteht, abgeholt werden. Zunächst verlassen wir Bangkok in Richtung Westen um unser erstes Ziel, den schwimmenden Markt von Damnoen Saduak zu erreichen. Mit einem Longtailboot geht es durch die Kanäle bis ins Zentrum des Marktes. Hier treiben die Einheimischen von ihren Booten aus lebhaften Handel mit Obst und Gemüse und benützen diese zusätzlich auch als Garküchen. Natürlich gibt es für die zahlreichen Touristen auch die Möglichkeit jegliche Art von Andenken und Ramsch zu kaufen! Von hier geht es dann weiter in Richtung Kanchanaburi. Unterwegs darf natürlich die übliche Verkaufsveranstaltung nicht fehlen. Auf dem Programm steht eine Teakholz-Schnitzerei der natürlich auch ein riesiger Laden angeschlossen ist! Da allerdings die Kauflust in uns noch nicht so richtig geweckt wurde geht es aber bald weiter. Endlich in Kanchanaburi angekommen besichtigen wir zunächst das JEATH Museum. Es ist dies eine Sammlung von Fotos und Bildern aus der Zeit des 2. Weltkrieges, die den Bau der Burma-Bahn durch alliierte Kriegsgefangene dokumentiert. Das durchstreifen der Ausstellung dauert zwar nicht sehr lange, es liefert allerdings interessante Einblicke unter welchen Umständen und Entbehrungen damals die Todesbahn errichtet wurde. Danach machen wir Mittagspause auf einem Hausboot das idyllisch am Ufer des River Kwai liegt, bevor wir zur, vor allem aus dem gleichnamigen Hollywood Film, berühmten Brücke über den Fluss fahren. Interessant ist allerdings nur der Ruf des Bauwerks, besonders sehenswert ist sie aber nicht. Dennoch herrscht ein ordentliches Gedränge, da gerade in dieser Woche jeden Abend eine Light & Sound Show an der Brücke stattfindet, die nicht nur Touristen sondern auch zahlreiche Einheimische anzieht. Trotzdem wagen wir einen Spaziergang auf der Brücke, der sich allerdings angesichts des Gedränges und dass der Boden nur aus Schienen und Bohlen, mit ziemlich großen Zwischenräumen und ohne zusätzliche Absicherung, besteht, als nicht gerade ungefährlich herausstellt. Bald geht es dann aber wieder weiter. Wir wollen ein kurzes Stück der Todesbahn, von Wangpo bis Kilean mit dem Zug abfahren. Aber auch das erweist sich nicht besonders interessant. Lediglich ein kurzes Stück, nach der Station Thamkrasae, wo die Bahn über eine waghalsig konstruierte Holzbrücke fährt ist halbwegs sehenswert. Nach Beendigung der Fahrt begeben wir uns mit dem Auto nochmals an diese Stelle und sehen erst jetzt wie wackelig und baufällig diese Brücke wirklich ist. Damit ist dann unser Besichtigungsprogramm für heute abgeschlossen. Irgendwo in der Nähe von Kanchanaburi besteigen wir am Ufer des River Kwai ein kleines Boot das uns in einer kurzen Fahrt zu unserem Quartier für diese Nacht bringt. Das "River Kwai Jungle Rafts" besteht aus mehreren recht idyllischen Hausbooten, die, abseits der Zivilisation, in einer kleinen Schlucht am Fluss verankert sind. Da es hier keinen elektrischen Strom gibt, lassen wir den Abend bei gemütlichem Kerzenschein ausklingen.

Schwimmender Markt von Damnoen Saduak Schwimmender Markt von Damnoen Saduak River Kwai Brücke Todesbahn bei Thamkrasae Reiseleiterin Tai
Schwimmender Markt von Damnoen Saduak / River Kwai Brücke / Todesbahn bei Thamkrasae / Reiseleiterin Tai

Nachdem schon die Nacht in den Tälern des River Kwai relativ kalt war kann uns am Morgen die kalte Dusche, leider gibt es hier nicht nur keinen Strom sondern auch kein Warmwasser, nicht sonderlich begeistern. Ansonsten gibt es am Quartier aber nichts auszusetzen. Im Gegenteil, nach der Hektik der Großstadt tut die Ruhe die hier herrscht absolut gut! Aber bereits am frühen Morgen geht es wieder weiter. Zuerst mit dem Boot zurück zu unserem Minibus, der uns schon erwartet. Die Fahrt führt uns nun in nördlicher Richtung. Unterwegs legen wir in Suphanburi einen ersten Stopp ein. Die Besichtigung des Paleila Tempels, mit seinem sitzenden Buddha kann man aber nur als Reisepause auf der Fahrt nach Ayutthaya ansehen, da weder Tempel noch Statue besonders sehenswert erscheinen. Unser nächstes Ziel ist dann eben Ayutthaya, die ehemalige Königs- und Hauptstadt des Landes. Hier erkunden wir zunächst den Wat Phra Sri Sanphet mit seinen drei Zentralstupas aus dem 14. Jahrhundert, die ursprünglich als Grabstätte dreier Könige diente, sowie den gleich daneben liegenden Wat Mongkhon Bophit, der zwar erst um 1950 wiedererbaut wurde, aber seinen Ruf daraus schöpft, dass er die größte sitzende Buddhastatue Thailands beherbergt. Danach folgt einen kurze Mittagspause bevor wir den Wat Yai Chai Mongkul besichtigen. Der Hauptchedi dieses Tempels ist von 134 Buddhastatuen umgeben und wurde vom legenderen König Naresuan zum Gedenken an seinen Sieg im Duell gegen einen burmesischen Prinzen erbaut. Im Anschluss daran steht heute nur noch "fahren" auf dem Programm, da unser heutiges Tagesziel, Phitsanoluk, noch etwa 300 km entfernt liegt. Nach einigen Pausen zum Füße vertreten kommen wir dann doch irgendwann gegen Abend dort an. Allerdings stellt sich heraus, dass hier absolut "tote Hose" herrscht, so dass wir froh sind im Hotel wenigstens noch ein Abendessen zu bekommen. Allerdings schadet es uns, vor allem in Anbetracht der vergangenen kurzen Nächte, sowieso nicht einmal früher ins Bett zu kommen!

Bevor wir in der Früh die Stadt verlassen besuchen wir noch den Wat Mahathat. Der Tempel blieb zum Glück vom großen Feuer, das 1960 die Stadt fast komplett verwüstete verschont, so dass man auch heute noch in seinem prunkvollen Inneren eine der am meisten verehrtesten Buddhastatuen Thailands besichtigen kann. Die Statue wird zu beiden Seiten von glänzend verarbeiteten Holzkanzeln, aus der späten Ayutthaya-Epoche, flankiert und auch sonst ist der Tempel ziemlich beeindruckend. Dann führt uns unser Weg weiter in nördliche Richtung. Über Phrae, wo wir einen kurzen Stopp bei einer Indigo-Färberei machen, und Phayao, mit einer Pause zum Mittagessen und zu einem kleinen Spaziergang am dortigen Stausee, führt uns der Weg nach Chiang Mai. Am südlichen Stadtrand stoßen wir auf einen Tempelneubau, den Wat Rangkhun. Die Anlage ist zwar noch nicht fertig, aber was wir zu sehen bekommen ist total beeindruckend! Der von Chalermchai Kositpipat, angeblich einer der bekanntesten zeitgenössischen Künstler Thailands, konstruierte Tempel ist komplett in weiß gehalten, mit Glasmosaiken verziert und mit Gestalten aus der Mythologie geschmückt. Doch bald müssen wir wieder aufbrechen, da noch die Fahrt bis zum Zentrum des berühmt-berüchtigten Goldenen Dreiecks, vor uns liegt. Das ist das Grenzgebiet zwischen Thailand, Laos und Myanmar, das durch regen Rauschgifthandel bekannt wurde und zu diesem Namen kam. Hier besuchen wir in Sob Ruak das Opium-Museum, in dem die Geschichte von Drogenproduktion und -handel dargestellt wird. Allerdings nur die Vergangenheit; die Gegenwart wird wohlweislich verschwiegen! Inzwischen ist auch schon wieder die Nacht hereingebrochen, so dass wir die paar Kilometer nach Chiang Saen zurückfahren, wo wir Quartier im River Hill Resort nehmen. Da wir am Abend noch etwas zu feiern haben bleiben wir in der Hotel Bar hängen, so dass es wieder ziemlich spät wird bevor wir die Nachtruhe antreten.

Wat Phra Sir Sanphet Wat Yai Chai Mongkul Wat Rangkhun Wat Rangkhun, Detailaufnahme am Goldenen Dreieck
AYUTTHAYA; Wat Phra Sri Sanphet / Wat Yai Chai Mongkul / CHIANG MAI; Wat Rangkhun / Am Goldenen Dreieck

Bereits um 6 Uhr ist es dann auch schon wieder vorbei mit schlafen! Nach dem Frühstück brechen wir, zunächst entlang des total vom Morgennebel verborgenen Mekhongs, auf nach Mae Sai, der Grenzstadt zu Myanmar. Ich frage mich heute noch warum die Stadt eigentlich auf dem Programm stand. Sehenswert ist dort nämlich überhaupt nichts, die Stadt lebt lediglich davon dass sich hier der nördlichste Punkt Thailands befindet! Nach ein paar schnellen Fotos des "northernmost points" und des Grenzübergangs schlendern wir noch ein bisschen durch die Shops bevor es dann wieder weiter geht. Waren wir bisher durch eine relativ abwechslungslose Landschaft unterwegs, so ändert sich das Bild auf dem Weg nach Chiang Mai. Wir fahren durch die reizvolle nordthailändische Bergwelt. Unterwegs halten wir zur Besichtigung von Dörfern der Minderheiten der Akha´s und der Palaung´s. Besonders das Erstgenannte ist sehr reizvoll angelegt. Hier ist außerdem ein Projekt der Regierung im Gange, das den Kontakt zwischen Einwohnern und Touristen fördern soll, sowie zur Erhaltung der Kultur der Bevölkerung dienen soll. Weiter geht es dann zu einer ziemlich späten Mittagspause - auf einer Orchideen Farm. Richtig geraten! Anschließend gibt es dann natürlich reichlich Gelegenheit zum Einkauf bevor wir die letzte Etappe für heute, nach Chiang Mai, in Angriff nehmen. Als wir die Stadt erreichen stehen noch der Besuch einer Fabrik für Lackierarbeiten und eines Juweliers auf dem Programm, bevor wir endlich in unser Hotel gefahren werden. Hier machen wir uns dann kurz frisch und nutzen den Shuttle Service zum berühmten Nachtmarkt. Dort bummeln wir entlang der unzähligen Verkaufsstände, kaufen ein bisschen ein und genießen in einem kleinen Restaurant ein ausgezeichnetes Seafood-Nachtmahl! Gegen Mitternacht suchen wir uns dann ein Tuc Tuc um ins Hotel zurück zu kommen.

Ich, Roman und Bertl am nördlichsten Punkt Thailands Angehörige des Bergvolkes der Akha Palaung Frau mit Baby Warum so verkrampft, Roman? Elefanten beim Bad im Fluss
Wir in Mae Sai / Angehörige der Akha / Palaung-Frau mit Baby / Roman beim Elefantenreiten / "Elefantenbad"

Unser erster Weg am Morgen führt uns etwa 60 km nördlich von Chiang Mai ins Mae Sa Valley. Das Ziel dort ist das Mae Taeng Elefanten Camp. Nach dem üblichen "Touri-Programm" Elefantenreiten, das aber sehr nett gestaltet ist, bringen uns Ochsenkarren zurück ins Camp. Dort wird uns eine recht unterhaltsame Elefanten Show geboten. Zum Abschluss fahren wir dann noch etwa eine halbe Stunde mit einem Bambusfloß stromabwärts bevor wir wieder in unseren Bus umsteigen und uns wieder zurück nach Chiang Mai begeben. Hier besuchen wir den Wat Phrathat Doi Suthep, der am Rande der Stadt auf dem gleichnamigen Hügel liegt. Zu unserem Glück wurde hier vor wenigen Jahren ein Schrägaufzug gebaut, so dass wir uns die etwa 300 Stufen die zum Tempel hinauf führen ersparen können. Mit dem Lift ist der Aufstieg doch weniger beschwerlich und geht natürlich auch viel schneller, so dass es nur wenige Minuten dauert bis wir vor dem Prunkstück der Anlage, dem vergoldeten Chedi der ein Haar Buddhas beherbergen soll und als einer der heiligsten und meistbesuchten Stätten des Landes gilt, stehen. Doch abgesehen von der wunderbaren Tempelanlage hat man von hier auch einen schönen Ausblick über die Stadt. Auf dem Rückweg besuchen wir noch eine Papierfabrik bevor wir relativ früh zurück ins Hotel kommen. Hier relaxen wir etwas für den Abend, an dem noch der Besuch eines traditionellen Kantoke-Dinners auf dem Programm steht, das von folkloristischen Tänzen aus der Region begleitet wird. Diese Vorführung dauert etwa eine Stunde, und nach einem kurzen Schlummertrunk an der Hotel Bar geht es zur Abwechslung einmal früh ins Bett.

Heute ist der 5. Dezember 2003, der Tag an dem der thailändische König Bumiphol seinen 75. Geburtstag feiert. Während das für die Einheimischen ein Feiertag ist, "müssen" wir dessen ungeachtet unsere Rundreise fortsetzen. Zuerst besichtigen wir, nur wenige Minuten vom Hotel entfernt, das zentrale Heiligtum der Stadt, den Wat Phra Singh. Der Tempel beherbergt eine Buddhastatue, der magische Kräfte zugeschrieben werden. Dann geht es raus aus der Stadt und weiter nach Lamphun, wo wir einen Tempel der Mon-Minderheit, den Wat Phrathat Haripunchei besichtigen. Ursprünglich 897 erbaut hat er durch Umbauarbeiten im vorigen Jahrhundert zwar seinen Originalcharakter verloren, dafür entschädigt aber er im burmesischen Stil erbaute Chedi mit seinem goldenen Schirm. Nach kurzem Aufenthalt brechen wir auf nach Sukhothai, bis 1438 erste Hauptstadt eines vereinigten Königreichs Thailand. Hier besuchen wir, etwas außerhalb der Stadt, den Historical Park und besichtigen einige Tempelanlagen. Darunter Sri Sawei, ein ursprünglich hinduistischer Tempel der erst im Laufe der Jahre auf buddhistisch umgestaltet wurde, und als Höhepunkt den Wat Mahathat, eine Anlage aus dem 13. Jahrhundert bestehend aus unzähligen kleinen und einem Zentralchedi in Lotosblütenform. Aber nicht nur die alten Tempelanlagen sind sehenswert, sondern auch der Park selbst ist äußerst liebevoll gestaltet und lädt zum Bummeln und Picknicken ein. Etwas außerhalb der Anlage machen wir noch einen Stopp beim Wat Sorasak, dessen Stupa auf einer Basis ruht die von 24 Elefanten getragen wird, bevor wir die Fahrt nach Tak, unserem heutigen Tagesziel, fortsetzen. Wie wir bei einem Abendspaziergang feststellen ist hier überhaupt nichts los. Selbst Geschäfte und Garküchen machen bereits um 20 Uhr dicht! Zu unserem Glück finden genau vor unserem Hotel Feierlichkeiten zu Ehren des Königs statt, deren Höhepunkt und Abschluss Wettkämpfe im Thai Boxen bilden. So besteht die Abendunterhaltung daraus mir diese vom Zimmer aus anzusehen.

Goldener Chedi des Wat Phratat Doi Suthep Folkloretänzerin beim Kantoke-Dinner Wat Phra Singh Wat Mahatat Wat Sorasak
CHIANG MAI; Wat Phratat Doi Suthep / Folkloretänzerin / Wat Phra Singh / SUKHOTHAI; Wat Mahatat / Wat Sorasak

Am letzten Tag der Rundreise liegen noch rund 400 km bis Bangkok vor uns. Start ist bereits um 7 Uhr und nach zwei Stopps, bei einem Bananenmarkt an der Durchzugsstraße, sowie in Nakhon Sawan, wo sich die Ströme Ping und Nan zum Hauptfluss des Landes, dem Chao Phraya, vereinigen, steht zum Abschluss noch der Besuch des Affentempels ( Prang Sam Yod) in Lopburi auf dem Programm. Der Bau selbst ist nichts besonderes, allerdings lebt das Ganze von den Affen, die jede nur erdenkliche Möglichkeit nutzen um auf den "Touris" herumzuturnern oder ihnen Wertsachen zu entwenden. So musste Herbert mit einem Exemplar dieser Spezies ziemlich intensiv um seine Brille kämpfen! Danach gibt es noch Mittagessen in einer wunderschönen Parkanlage mitten in der Stadt, bevor es geradewegs zum Flughafen nach Bangkok geht. Von hier aus fliegen wir mit Thai Airways zum abschließendem Badeaufenthalt nach Phuket. Auf der Insel angekommen liegt noch ein etwa einstündiger Transfer an den Karon Beach, nach Patong Beach der zweitgrößte Strand der Insel, wo wir für sechs Nächte Quartier im Royal Wing beziehen, vor uns.

Lopburi, Affentempel Bertl´s Kampf um seine Brille Unser Hotel auf Phuket Der Strandabschnitt vor dem Hotel
LOPBURI; Affentempel / Bertls Kampf / PHUKET; Hotel Royal Karon Wing / Karon-Beach

Leider ist das Wetter auf Phuket nicht ganz so wie wir es uns vorgestellt haben. Lediglich der erste und der letzte Tag bringen strahlenden Sonnenschein. Dazwischen ist der Himmel meist stark bewölkt und einmal regnet es sogar von Früh bis Spät. Der Sandstrand ist zwar in Ordnung, erinnert mich aber ein bisschen an die Strände an der oberen Adria: Sonnenschirm an Sonnenschirm und Liegestuhl an Liegestuhl! Da das nicht unbedingt meine Vorstellung von Badeurlaub ist, und angesichts der Wettersituation auch Ausfahrten an entferntere und einsamere Strände nicht in Frage kommen, verbringen wir die meiste Zeit am Hotelpool. An den Abenden machen wir zunächst Karon unsicher, wobei wir uns jedoch wundern dass absolut nichts los ist. Warum das so ist merken wir als wir am dritten Abend erstmals mit einem Tuc Tuc die paar Kilometer hinüber nach Patong fahren. Dort besuchen wir zunächst die Simon-Cabaret, ein ziemlich aufwändig gestaltetes Tanz- und Singtheater in dem alle Rollen von sogenannten Ladyman gespielt werden, bevor wir uns ins Zentrum begeben. Nach einem Bummel über die Einkaufsstrassen beim Strand, wobei natürlich ein Besuch bei einem Schneider nicht fehlen darf, verschlägt es uns auch zu einem kurzen Spaziergang durch das Bar- und Rotlichtviertel der Stadt. Hier herrscht enormer Trubel, von überall her hämmert die Musik auf die Besucher ein und man wird ununterbrochen von den Thai-Girls angemacht, die sich wie Kletten an einen hängen und fast nicht mehr wegzubringen sind! Also für mich ist das nichts: zu laut die Musik und zu lästig die Mädels! Da bevorzuge ich schon die Ruhe und Beschaulichkeit von Karon! Da wir uns jedoch bei der Schneiderei Narry.com Maßkleidung bestellt haben, müssen wir auch die nächsten Abende nach Patong fahren um diese zu probieren. Um die Barstrasse machen wir dann jedoch einen großen Bogen und genießen lieber die, meist ausgezeichnete, Live-Musik in den zahlreichen Open-Air Lokalen, beim Strand an der Thaweewong Road!

Unterbrochen werden die Tage am Pool lediglich durch einen Ausflug in die Hongs, den wir bei Phuket Siam Seakanoes gebucht haben. Wir werden am Morgen von unserem Hotel abgeholt und zur Abfahrtsstelle in der Nähe von Phuket Stadt gebracht. Das erste Abenteuer ist dann bereits der Transfer vom Pier zum Schiff, der in recht alten, klapprigen und wackeligen Booten erfolgt. Nachdem wir das "überlebt" haben, starten wir in nördliche Richtung zur Phang Nga Bucht. Hier ist der erste Stopp beim sogenannten "James Bond Island". Hier wechseln wir wieder auf klapprige Longtailboote, was bei dem Seegang ein nicht ungefährliches und vor allem sehr wackeliges Unterfangen ist, mit denen wir auf die Insel übersetzen. Nach ausgiebiger Zeit zur Besichtigung des Felsens, der im James Bond Film "Der Mann mit dem goldenen Colt" zu Berühmtheit gelangte, geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück aufs Schiff und weiter nach Hong-Island. Hier steigen wir in Seekajaks um, die uns in unterirdische Passagen, die oft so flach sind dass wir uns flach auf die Kajaks legen müssen um überhaupt durchzukommen, durch die Felsen fahren. Im Inneren eröffnet sich uns eine tropische, noch relativ unberührte, Vegetation, die wir für fast eine Stunde durchstreifen. Wieder zurück auf dem Schiff geht es weiter nach Panak-Island, wo wir nochmals für eine Stunde auf die Kajaks wechseln. Hier geht es durch eine lange Höhle in das Innere der Insel. Wieder ist die Einfahrt so niedrig, dass ein durchkommen nur flach auf den Kajaks liegend möglich ist. Im Inneren der Insel erwarten uns steilaufragende Felswände und unberührte Natur mit Mangrovensümpfen. Viel zu schnell geht es dann wieder zurück Schiff und wir starten zurück nach Phuket, allerdings nicht ohne vorher noch einen etwa einstündigen Badeaufenthalt auf Naka-Island einzuschieben. Gerade als wir dann zum Pier übersetzen beginnt es in Strömen zu schütten, so dass wir noch ziemlich nass werden. Hinter uns liegt allerdings ein phantastischer und empfehlenswerter Ausflug, bei dem alles geklappt hat. Das Personal war stets freundlich und um die Gäste bemüht, die Verpflegung war super und dass das Wetter nicht gepasst hat, für das kann keiner etwas! Auch das Preis-Leistungsverhältnis (ca. 30 Euro) war meiner Meinung nach vollkommen in Ordnung. Der gleiche Ausflug hätte mit unserem Reiseveranstalter mehr als das doppelte gekostet!

Unterwegs in den Hongs James Bond Island Einfahrt bei Hong-Island Mangroven Sumpf Panak Island
Ausflug in die Hongs / James Bond Felsen / Hong Island / Panak Island

Viel zu schnell ist dann wieder die Zeit da um die Heimreise anzutreten. Am späteren Nachmittag erfolgt der Transfer zum Flughafen von wo wir mit Thai Airways nach Bangkok fliegen. Von dort geht es nach kurzem Aufenthalt weiter nach Wien, wo wir nach etwa elfstündigem Flug in den frühen Morgenstunden des 13. Dezember 2003 eintreffen.

Zur siebentägigen Nordthailandrundreise möchte ich abschließend noch feststellen, dass das Programm eigentlich relativ interessant ist, allerdings eher als "Einstieg" für Asienneulinge taugt, da es z. B. mit Burma oder Myanmar absolut nicht mithalten kann. Dazu kommt noch dass in der Woche ca. 3200 km zurückzulegen sind. Und obwohl wir das Glück hatten als kleine Reisegruppe mit einem Minibus unterwegs gewesen zu sein, betrug die tägliche Fahrzeit, trotz flottem Tempo, dennoch zwischen sechs und sieben Stunden! Das bedeutete im Endeffekt Start täglich zwischen 6.30 und 7.00 und Erreichen des Tagesziels frühestens um etwa 18 Uhr. Bedenken sollte man, das bei einer Reise im großen Bus dann sicher noch ein bis zwei Stunden täglich dazukommen! In Anbetracht dessen, dass sowohl Nord- als auch Südroute fast gleich verlaufen bzw. nur wenige Kilometer voneinander entfernt sind, wäre es sicher empfehlenswert einen Veranstalter zu suchen, der eine Variante anbietet bei der alle Sehenswürdigkeiten in einer Richtung besucht werden und eine Strecke (eventuell Chiang Mai - Bangkok oder umgekehrt) geflogen wird! Preismäßig sollte sich das nicht besonders niederschlagen, da Inlandsflüge relativ günstig sind und dafür eine oder zwei Nächtigungen gespart werden könnten.

Das Wetter war durchwegs angenehm (so ca. um 25°) und die Luftfeuchtigkeit bei weitem nicht so schlimm wie erwartet. Ordentlich abgekühlt hat es lediglich in der Nacht am Hausboot, was aber in der Hauptreisezeit sicherlich auch nicht so schlimm ist. In der Vor- und Nachsaison sollte aber warme Kleidung ins Handgepäck, da die Koffer nicht mit aufs Boot kommen.



HINWEIS: Diese und weitere Fotos aus Thailand kann man unter dem link pervan.de in größerer Auflösung betrachten. Weiters besteht dort die Möglichkeit diese als Grußkarten zu versenden.


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