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GESCHICHTE
DES MALINOIS von Anne Weitz-Heeland, Vortrag zum Züchtertag LG BW 04.12.99
In
vorbiblischer Zeit wurde oft ohne Hund gehütet. Mit Ausdehnung der
Weidegebiete in weitläufige, unübersichtliche Gebirgsregionen wurde
der Einfluss der Beutegreifer größer. Die Nutzung und Besiedlung des
Hochgebirges war verbunden mit Haushunden die als wachsame,
verteidigungsbereite Herdenbeschützer. Später mussten diese Hunde
nicht nur Beutegreifer sondern auch menschliche Angreifer und Schafdiebe
abwehren. Diese Hirtenhunde waren starke Kämpfer, oft geschützt durch
dichtes Haar . Teilweise sollten kurz geschnittene Ohren und ein
umgekehrt getragenes Stachelhalsband diese Hunde schützen. Genau so
habe ich es noch dieses Jahrzehnt in den Hochebenen Anatoliens gesehen.
Als Beispiel für diesen Hundetyp sei die Tibetdogge genannt. Diese
Hunde, meist an der Leine geführt zum Schutz des herrschaftlichen
wildes lernten dann das Treiben der Tiere zur Wasserstelle und neue
Weidegründe. Je häufiger ein Weidewechsel notwendig war, desto
beweglicher und leichter musste der Hund sein. Oft waren sie von weißer
Farbe, da sie so leichter von Raubwild zu unterscheiden waren. Die
starke Bevölkerungszunahme im 18.Jahrhundert, bedingte eine
Intensivierung des Ackerbaus. Zugleich kam durch die Bauernbefreiung zu
mehr Privateignern, und die Realteilung bedingte immer kleinere Felder.
Die zurückgedrängte Brache, der Verlust von Hutungen durch neue Acker-
und Futterpflanzen führte dazu das die Schäfer die Hunde auf
Feldwegen, und schmaler werdenden abgeernteten oder mit Schaffutter
eingesäten Feldern hüteten.. Für andere Tierarten setzte sich zu der
Zeit ganz die Koppelhaltung durch. Die Zunahme des engen Gehüts und der
Verkehrswege zwangen die Schäfer zur Selektion von wendigen und
intelligenten Hütehunden.. Auf den schmalen grasbewachsenen Feldwegen,
an deren Rändern die Hauptfrucht wuchs mussten die Schafherden in die Länge
gezogen werden. Dies ging am besten wenn der Schäfer an der
Herdenspitze ging und an jeder Seite die Hütehunde schauten, dass die
angebauten Hauptfrüchte ungeschoren blieben. Auch mussten die Hunde dafür
sorgen, das ohne Probleme in einen Weg eingebogen werden konnte und dass
kein Schaf zurückblieb. Diese lang gezogene Herde erfordert vom
Hund Selbstständigkeit und gute Nerven, vor allem bei Fahrzeugverkehr.
Unter diesem Einfluss der Haltungsumstände entwickelten sich in den
verschiedenen Ländern Europas, in England früher als auf dem
Kontinent, sehr ähnliche Hütehundtypen.
Der
BSH ist ein bodenständiger Schäferhundeschlag der in 4 verschiedenen
Varietäten vorkommt. Langhaarig sind der schwarze Groenendael und der
rotbraune Tervueren, rauhhaarig der Laeken und kurzhaarig der Malinois. Die
Geschichte der Reinzucht des BSH Ende des letzten Jahrhunderts: Die
erste internationale Ausstellung in Belgien fand 1880 in Brüssel
statt. Fast 1000 Hunde, vor allem Jagdhunde waren gemeldet. Auch 7
kontinentale Schäferhunde waren gemeldet: deutsche, französische, holländische
und belgische, jedoch gab es für diese noch keine genaue Beschreibung
(Standard). In der wöchentlichen Illustrierte genannt „Chasse et
Peche“( Jagd und Angeln), wurde 1889 festgestellt, dass die Engländer
sind schon viel weiter wären, da sie schon einen Standard für den
Collie und Bobtail hätten, während hier in Belgien viele Schäferhunde
seien, aber sich bis jetzt hat noch kein Klub oder Kommission ihrer
angenommen habe. Ende 1891 fanden sich engagierte Schäferhundliebhaber
in Brüssel zusammen, , die die physischen und moralischen Qualitäten
des einheimischen Schäferhundes schätzen lernen wollten. In Folge
wurde 1891 der Club du Chien de Berger Belge (Klub für BSH ) gegründet.
Dieser Klub stellte sich unter die Schirmherrschaft von der Societe
Saint Hubert, welche sich später der FCI anschloss, „Chasse et peche“
war das wöchentliche Magazin . 117
Hunde aus der Gegend rund um Brüssel und der Provinz Brabant kamen am
15.November 1891 in der Veterinärschule zu Cureghem-Brüssel zusammen.
Dies war die eigentliche Geburtsstunde des belgische Schäferhundes als
eigene Hunderasse. M. Vanderrnickt , Hauptredakteur von „Chasse et
peche“ und Zoodirektor von Gent und Düsseldorf schrieb folgendes: Es
zeigte sich bei dieser Sichtung , dass verschiedene Typen von belgischen
Schäferhunden existieren. Die durchschnittliche Höhe der Hunde beträgt
50-55 cm, einzelne Exemplare waren jedoch 62 cm groß. Die Farben und
Haarqualitäten sind verschieden , gemeinsam sind ihnen hoch-angesetzte
dreieckige Stehohren, braune Augen, breite Stirn, feine Schnauze , gut
entwickelte Backen, lange Rute. Die Rassenentstehung des BSH, ist
wie bei den meisten anderen Rassen auch, eng mit dem Namen eines
1898 versammelten sich die besten Exemplare der Rasse. 2 Familien überzeugten am meisten: die Familie von Picard, wunderschöne langhaarige schwarze Hunde im Besitz von Herrn Rose in Groenendael und die Familie von Pouts, rotgoldene rauhaarige Hunde im Besitz von Herrn Janssen zu Laeken. Bei den Kurzhaarigen waren Samlo und Mouche bemerkenswert. Nach diesem Treffen etablierte sich die Einteilung in 3 Varietäten. Es wurde angefragt die Hunde im Zuchtbuch der Societe Royale Saint Hubert einzutragen. Im gleichen Jahr wurden die schwarzen langhaarigen BSH als Groenendael bezeichnet. Kurzfristig kam sogar die Frage auf, die Kurzhaarigen zu verbieten, da es ihnen etwas an Stil fehlen würde. Jedoch verteidigte M. Reul diese Varietät als schöne Hunde , perfekte Ästheten , mit aufgeweckter Intelligenz und einem bemerkenswerten Spürsinn . Während dieser ersten Jahre war M. Reul der einzige Richter für BSH. Herr Reul war ein eifriger Unterstützer der Inzucht. Er meinte : Inzucht mit gesunden und charakterlich gefestigten Verwandten gibt in der Tierzucht die bemerkenswertesten Ergebnisse. 1901 zum zehnten Gründungsjahr des Klubs für BSH wurden die ersten Preise bei den Kurzhaarigen von Tjop, Vos (Vater des berühmten Dewet) und Cora I vergeben. Im gleichen Jahr wurden auch die ersten BSH ins belgische Zuchtbuch des Saint-Hubert (LOSH) eingetragen. Der eingetragene BSH ist der vorgenannte Vos, welcher im Jahr 1897 geworfen wurde und die Nummer 5847 bekam. Dann
folgten Jahre des Streites. Hauptsächlich ging es um die erlaubten
Farben, denn 1899 wurde folgendes beschlossen. Der langhaarige BSH ist
schwarz, der kurzhaarige rotbraun mit Charbonnage und Maske und der
rauhaarige ist grau. Der langhaarig andersfarbene, der heutige Tervueren
und der rotbraune Rauhaarige wurden ignoriert, dabei war die
Hauptpopulation des Laeken rotbraun, jedoch standen diese Hunde im flämischen
Sprachgebiet und ihre Besitzer konnten sich sprachlich nicht
durchsetzen. Bei den Kurzhaarigen wurden die gestromten, die schwarzen
und die fahlroten und isabellfarbenen verbannt. Hunde mit diesen Farben,
vorher mit Preisen überladen, verschwanden . Aber einer dieser sehr
fahlen Hunde ohne Charbonnage, Cora I (LOSH 6134) wurde von Tomy gedeckt
und führte zu 1899 zur Geburt von Tjop, einem Hund der allen
Erfordernissen des Klub für BSH entsprach: Eleganz, wunderschöne
rotbraune Farbe, gute Charbonnage. Es folgte eine Zeit, in der sich neue
Belgierclubs gründeten. Um die Farben wurde weiter erbittert
gestritten. Einige Klubs erkannten die langhaarigen rotbraunen (Tervueren)
und die schwarzen Kurzhaarigen, sowie die Rotbraunen an. Die
Entstehung des Malinois im Besonderen: Diese
Geschichte ist mit dem Namen Louis Huyghebaert verbunden. Er lebte von
1868-1952 und war Ehrenmitglied der Saint-Hubertus Gesellschaft. Er war
der Gründervater des Malinois und sein ganzes Enthusiasmus galt vor
allem der Unterordnung und dem Fährten. Oft schrieb er in „Chasse et
peche“ und er brachte auch ein Buch über das Fährten heraus. Er züchtete
Malinois unter dem Name „ter Heide“ und war ein Schönheits-und
Arbeitsrichter. Sein Bruder Frantz war Besitzer von Tjop. Louis fuhr oft
mit dem Fahrrad Beruflicherweise über das Land. Er erzählt: ich finde
Gefallen beim Suchen der schönsten Schäferhundetypen in der Nähe von
Mechelen und im Norden der Provinz Antwerpen. Es gibt einen
Belgischen Schäferhundetyp mit kurzem Haar, von Wolf- bis Fuchsgröße,
mit einem rotbraun gestromten Fell, die Ohren sind klein, hoch
angesetzt, Hängerute. Die Hunde sind sehr intelligent und haben ein
sehr gute Nase. 1898
wurde ein Klub für kurzhaarige BSH innerhalb des BSH-Klubs in Malines
gegründet. Die Mitglieder bevorzugten einen gut ausgebildeten Hund.
Primär hatte er Gebrauchshund zu sein. Das Aussehen war nicht die
Hauptsache, gesucht waren talentierte Hunde , welche gut gebaut waren
und intelligent und freundlich waren. 1903 wurde im botanischen Garten
von Mechelen (Malines), vom Club von Malines ein große Ausstellung für
Schäfer- und Zughunde organisiert, dem sich eine große Arbeitsprüfung
anschloss, die Wasserarbeit ebenfalls beinhaltete. Sie wollten das die
BSH ihre Qualitäten: Intelligenz, Gehorsam und Zuverlässigkeit
zeigten. Den ersten Preis gewann Cora I, die Mutter von Tjop. Zu dieser
Zeit kam der Gedanke auf, welche neuen Arten von Arbeitsprüfungen
entwickelt werden sollten, um die alten Herdengebrauchshundeprüfungen
zu ersetzen, da in Belgien im Gegensatz zu Schottland die Schafzahlen
laufend abnahmen. Die Folgerung daraus sei, dass der Schäferhund ein
Haushund und Reisegefährte werden sollte. Arbeitsprüfungen sollten
einfach zum Ziel haben die drei fundamentalen Merkmale des Schäferhundes
voranzubringen: Intelligenz, Gehorsam und Zuverlässigkeit. Der Club von
Malines brachte eine Broschüre und Postkarten auf flämisch unter
dem Namen Mechelse Herdershonden heraus, auf französisch Malinois. Da
dieses Wort so gefiel, wurde dies der Name für den kurzhaarigen BSH. Um
1900 wurde durch Inzucht die Maske beim Malinois gefestigt. 1899
gab die Stadt Gent die Erlaubnis , als Experiment 3 BSH als Polizeihunde
einzusetzen. Aufgrund der ermutigenden Ergebnisse wurde die Zahl
letztendlich auf 16 Hunde aufgestockt. Die
Stammeltern der Malinoiszucht, insbesondere Tjop und Dewet:
Die
Stammeltern der Malinois-und Laekenzucht. Die Stammhunde Vos (holländische
Wort für Fuchs) und Liske de Laeken waren im Besitz des Schäfers
Janssen. Vos gewann 1892 den 3.preis bei der letzten Schafhüteprüfung
welche vom BSH-Club organisiert wurde, da sie finanziell nicht tragbar
war. Er selber, ein gelber rauhaariger Hund wurde der Stammvater der
Laeken. Frantz
Huyghebaert, der Bruder von Louis war der Besitzer von Tjop LOSH 6132 ,
einer der wichtigsten Hunden der Malinoiszucht der Anfangszeit neben
Dewet. Tjop wurde am 1.November 1899 geboren. Sein Vater Tomy war ein außergewöhnlicher
Wachhund. Sein Vater war Samlo. Seine Mutter Cora I gewann 1903
den ersten Campagnepreis. Tjop war von vorzüglicher Erscheinung,
perfektem Knochenbau und Winkelungen, von guter Farbe, aber ohne Maske,
ein sehr guter Arbeitshund, aber extrem nervös. Er hatte 57cm Schulterhöhe.
Sein Rücken war etwas lang, die Pfoten etwas zu fein und er hatte etwas
Rauhaar auf der Kruppe. Dewet
hatte Vos (auch Vos de Polders genannt) zum Vater und Mouche als Mutter.
Bei der Hundeausstellung in Brüssel 1902 wurde der Hund wie folgt
beschrieben: 60 cm groß, ein bemerkenswerter Hund, gut gebaut mit vorzüglichem
Haarkleid, bemerkenswert guter Schulter und Brust. Gute Rückenlinie und
Kruppe, guter Kopf , fehlerlose Rutenhaltung, kleine dreieckige Ohren,
vorzügliche Gesamterscheinung. Nur die Farbe ist etwas fahl.. Dieser
Fehler wird aber durch die sehr gute Maske und die Schultern
ausgeglichen. Beide
Hunde Tjop und Dewet waren recht verschieden, aber wir finden ihre Namen
in eigentlich jeder Malinoisahnentafel, so das man behaupten kann diese
Urväter unserer heutigen Hunde zu kennen, heißt den Ursprung unserer
Hunde zu kennen. Auf der Vorfahrentafel finden sich auch Laeken. Snap-Ein
wichtiger Rüde für die Gebrauchshundezucht: Snap
wurde als Fram de Jolimont 1917 geboren. Sein Besitzer trainierte diesen
intelligenten Hund sehr gut, da er anfangs als sehr aggressiver und
bissiger Charakter galt. Er erbte diesen bissigen Charakter von seinem
Großvater väterlicherseits Sips ter Heide aus dem Zwinger von Louis
Huyghebaert. Snap war nicht nur ein Ass im Ringsport , ebenso in der
Feldarbeit (Campagnearbeit) die zusätzlich Wasser- und Fährtenarbeit
beinhaltete. 1925 wurde er Arbeitschampion. Er war ein Arbeitshund mit
außergewöhnlichen Qualitäten und sehr gut im Verteidigen und
Bewachen. Auch als Ausstellungshund stand er vorne. In den Zwanziger
Jahren war er ein sehr bedeutender Deckrüde. Er war Vater vieler berühmter
Arbeitsmalinois wie Sam du Thiriau, der zweiter beim großen Preis von
Belgien 1926 wurde. Ein weiterer Sohn: Killer war Arbeitschampion 1924
und Fährtenhundchampion 1928 wurde seine Tochter von Mascotte du Tigre
Royal. Der
kurzhaarige BSH, nicht Malinois: Beim
ersten BSH-Treffen waren auch einige kurzhaarige Hunde mit schwarzen
Fell dabei. Es hieß etwa auf jeden 20. Rotbraunen kurzhaarigen BSH käme
ein schwarzer kurzhaariger BSH. Oft waren sie aus der Verbindung
Groenendael und Malinois. Anatomisch waren sie gleich gebaut wie der
Malinois nur hatten sie oft kürzeres Haar. Der kurzhaarige schwarze BSH
wurde 1929 anerkannt. Lockerung
der starren Zuchtbestimmungen: Nach
den Kriegen wurde jeweils die strengen Zuchtbestimmungen, das einzelne
Varietäten und Farben nicht gekreuzt werden durften , aufgehoben. So
durften 1920 Hunde gleicher Haarart, aber verschiedener Farbe gekreuzt
werden. Zwischen den Haararten durften Malinois und Laeken verpaart
werden. Nach 1945durften Malinois mit Laeken aber auch mit Tervueren
verpaart werden, ebenso alle Farben bei den Kurzhaarigen, sowie alle
Langhaarigen ohne Rücksicht auf die Farbe. Noch 1978 wurden die Farben
des wie folgt definiert: rot, schwarz, gestromt und die gesamte Skala
von rot bis grau bis schwarz. 1989 kam es zu folgender Standardänderung:
beim Malinois nur rot, mit schwarzem Anflug und schwarzer Maske. Das heißt
der schwarze Malinois, der hin und wieder einmal in einem Wurf fällt,
ist nicht mehr anerkannt.
Die
erste genaue Beschreibung des BSH in deutscher Sprache: Sie
findet sich im Buch von v. Stephanitz, er beschäftigt sich schon
speziell mit dem Malinois. Nachfolgend Auszüge aus dem Buch: Der
deutsche Schäferhund in Wort und Bild von Rittmeister v. Stephanitz; 7.
Auflage, nach 1921 „In
Belgien entspricht der Landschlag selbstredend auch dem unsrigen. Schäferhunde
sind dort sehr stark vertreten, im Verhältnis vielleicht noch stärker
als in Deutschland; außerdem die oben erwähnten rauhaarigen Treibhunde
(Bouviers). Bei Vieh sah ich schon 1915 Hunde in Belgien nicht, woran
aber der Krieg Schuld tragen mochte. Überwiegend wird auch Großvieh
gehalten, das auf den fetten eingezäunten Koppeln und dort gegen einen
vorübergehenden Hund sofort angeht. Diese Erfahrung musste ich
wenigstens in Westflandern fast täglich mit dem mich begleitenden
Diensthunde meiner Kommandantur machen. In der Wallonei, südlich der
Maas, durch die mich des Krieges böser Abschluss führte,
Aus
den Ortsbezeichnungen der verschiedenen „anerkannten“ Schläge geht
schon hervor, dass sie alle in einem begrenzten Liebhaberkreis gewachsen
sind: Mecheln, Laeken, Tervueren, Groenendael liegen alle in der nächsten
Nähe von Brüssel Im
übrigen entsprechen die Rassezeichen den unsrigen; die Schulterhöhe
wird mir 55 cm im Mittel angegeben. Hunde mit Stummelrute und solche ,
deren Ohren nicht feststehen, werden ebenso wenig anerkannt wie die in
den Farben abweichenden oder in der Behaarung unreinen. Langstockhaarige
Schäferhunde wurden um die Jahrhundertwende zuerst in Gent in den
Polizeidienst gestellt; die Dienstverwendung hat sich aber auf den
reinen Sicherheitsdienst beschränkt, hat weder die Ausbreitung noch den
hohen Stand erreicht, wie bei uns. Auch die belgischen Liebhaber haben
sich nach deutschem Beispiel dem Abrichten ihrer Hunde zugewandt. Sie
sind ebenso geschickte Abrichter wie Züchter, legen aber auch hierbei,
wie nun einmal ihre Veranlagung ist, auf nebensächliche Äußerlichkeiten,
Spielereien und Zirkusmätzchen den Hauptwert. Sie erzielen z.B. hoch
anerkennenswerte, für den Gebrauch aber kaum in Betracht kommende
Sprungleistungen, befassen sich aber gar nicht oder doch nur in nicht
ernst zu nehmender Weise, mit der Nasenarbeit. Bei der großen
Beliebtheit des bodenständigen Schlages ist nicht verwunderlich, dass
unser Schäferhund vorm Kriege in Belgien verhältnismäßig nur selten
zu finden war und keine eigene Vertretung hatte (Gedanke:
heute Sprungleistung bei Ringprüfungen am Rande zur Tierquälerei; ich
sehe Aufkommen als das Problem; aber Schutz vor HD/Ellbogendysplasiekomplex,
da Hauptdeckrüden aus Wettkampflinien selektiert werden, diesen Gedanke
konnte Stepanitz damals noch nicht erfassen). Geschichte
der Ringprüfungen in Belgien vor I.WK bis jetzt: Keine
Andere Rasse als die des BSH gewann jemals eine der 3 wichtigsten
Meisterschaften im Ringsport welche in Belgien organisiert werden.
Niemals gewann ein DSH, ein Dobermann oder andere Rassen. 1913 wurde die
erste Meisterschaft im belgischen Ringsport ausgetragen. Diese
wurde vom Belgischen Kennel Club (KCB) organisiert. Der erste Sieger war
der Groenendale Jules du Moulin (LOB 2884). Zweiter wurde ebenfalls ein
Groenendael und dritter ein Tervueren. Den vierten Platz holte ein
Malinois Tom des Crosnes. 1914 gewann Jules die Meisterschaft nochmals.
Sein Hundeführer war Joseph Couplet der 1908 ein Standardbuch mit dem
Titel: „Wach-, Verteidigungs- und Polizeihund“ herausgab, das
oftmals verlegt wurde. Er half mit bei der Entwicklung des belgischen
Ringsports. Er er war Vizepräsident des Belgischen Schäferhundeclubs
und wurde später Vorsitzender des Kennelclubs. Seit
dem ersten Weltkrieg bis jetzt gewannen nur Malinois den Titel bis auf 2
Ausnahmen , 1927 und 1960/61 als Laeken den Titel holten. Das beste
Ergebnis eines Nichtbelgiers auf der Meisterschaft war der 2.Platz eines
Bouviers de Flandres 1950. Es gab mehrere Hunde die mehr als dreimal den
Titel holten . So Snap van den Leeuw in den dreißiger Jahren, Jack de
Beka in den Endvierzigern, Torro van’t Rolushof in den Sechzigern, Rex
van de Welkom in den Endsechzigern und schließlich Alk mit 5 Siegen in
den Siebzigern. 1926
wurden die erste Meisterschaft unter dm Namen „Großer Preis von
Belgien“im belgischen Ruingsport von der Societe Royale Saint-Hubert (SRSH)
organisiert. Der erste Gewinner war die Malinoishündin Sadi , der
zweite Samox. Beide hatten Papiere des Kennelclubs, welche nicht
anerkannt wurden und welche unter einem anderem Namen im Zuchtbuch des
Saint-Hubert registriert wurden. Seit damals wurde der große Preis
immer von Malinois gewonnen, bis auf zwei Ausnahmen 1929 musste sich ein
Malinois den Titel mit einem Groenendael teilen und 1952 gewann der
Tervueren Xavier, der Malinoiseltern hatte. Das
beste Ergebnis von Nichtbelgiern waren zweite Preise 1935 für einen DSH
und 1952 von einem Bouvier de Flandres. Zwei Hunde gewannen den Titel
mehr als viermal: Metteko (ALSH 21704) in den Siebzigern und Clip (LOSH
412720) in den Achtzigern. Meisterschaft
vom nationaal Verbond der Belgische Kynologen (NVBK) . 1963,
nach einem vorhergehenden Streit unter anderem über Ringregeln,
entschieden sich die Antwerpener unabhängig zu werden und spalteten
sich vom SRSH ab und bildeten einen Dissidenzverein. Viele Arbeitsclubs
die im Ringsport arbeiteten schlossen sich an , ebenso sehr berühmte
Hundeführer. Kiener (LOSH 197867) gewann 1963 noch den großen Preis
von Belgien beim Saint-Hubert um dann beim NVBK zu starten, wo er
dreimal den Titel gewann. Kiener war sehr talentiert und extrem
intelligent. Aber auch zu groß, das brachte ihm Rückenprobleme ein,
auch hatte er sehr große Ohren. Kiener war über seine Mutter Criquette
LOSH 166749 Enkel von dem legendären und berühmten Sirol. Sirol hat
großen Einfluß auf die heutigen Gebrauchshundelinien. Über Carak und
Notter wurde mit Xjelaba und vor allem seinem Sohn Othar Noaillerie
seine Blutlinie in Frankreich eingeführt. Ebenso über Cibo Meulderhof
und dessen Sohn Ultra Domaine Caméléon. Weiter zählt zu seinen
Nachfahren Sandor des Foudriots und vor allem Cartouche. Seine
Nachkommen Ivan, Horsy Deux Pottois , Athos und vor allem G’Bibber
haben große Einfluß auf die Zucht. M.
Varlet hat den sehr interessanten Gedanken das diese Vielfalt von
Vereinigungen und Klubs mit jeweils verschiedenen Ringprüfungen eine
Chance für den Malinois. Es erlaubt Arbeitshunde aus gänzlich
verschiedenen Zuchtlinien zu sehen, welche in verschieden Prüfungstypen
getestet werden. Die
wichtigsten Malinoisgebrauchshundezwinger: Nach
dem I.W waren die wichtigsten Arbeitsmalioiszwinger im Kennelclub „du
Thiriau“ mit den Champions Djeck und Sam „du Rupel“
(Champions Flup, Jimmy und Margot). Nach dem II.WK waren die Zwinger
„Van de Reep und „Van de Welkom“ am Wichtigsten. Aus dem letzten
Zwinger kam Flap alias Blackie Van de Welkom, der die Basis für die
französische und Schweizer Arbeitsmalinoiszucht darstellte. Die großen
Zwinger im Saint-Hubert : Zwischen den WK waren „des Hallattes“
„du Forgeron“ mit den Champions Abello und Benny und „de Grand
Rabot“ mit den Champions César und Ecapi. Nach dem II.WK waren die
Zwinger „Fraternité“ mit den Champions Tibi, Rex und Rachid und
„van de Molenbeek“ mit den Champions Snap, Varak, Vabil,
Sito,Gary,und Eros. Wichtig auch der Zwinger„van de Oewa’s“ mit
den Söhnen und Champions Carack und Cabil und Hab. Unter den neueren
Zwingern sind zu erwähnen: „Deux Pottois“, von Herrn Luc Van
Steenbrugge, in dessen Besitz G’Bibber war, der Belgischer
Ringchampion 1987 wurde. Heute sind die Zwinger „du Boscaille“ und
„Hantjeshook“ und „Moulin Tombroeck“ von Bedeutung. Frankreich: Nach
dem Krieg ist M.Poix zu erwähnen, der den Zwinger „du Bois
d’Emblise“ hatte. Er verfügte über sehr gute Kontakte zum
belgischen Kennelclub, weshalb der berühmte Flap zum Zuchteinsatz kam.
Nach 1965 rückte ein belgischer Züchter, Herr Léon Destailleur, den
Malinois in das Hundesportmilieu. Er wohnte im belgisch-französischen
Grenzgebiet und züchtete unter dem Namen „du Mouscronnais“.
Genetische Selektion und eine verbesserte Ausbildung führte zu Hunden
wie Quacha Mouscronnais, der das französische Championnat 1972 gewann.
Der Hund nahm insgesamt 6mal am französischen Ringchampionnat
teil. Wichtig war in den Siebziger Jahren der Zwinger „de Ventadour“,
ein Zwinger der drei Arbeitschampions von vorzüglichem Äußerem
hervorbrachte: Tzar, Utha und Teddy. Zu gleichen Zeit war der Elsässer
Zwinger „du Turenfels“ mit den Champion Vico und Urgo ganz oben in
der Leistung, er brachte die Blutlinie von Rusky in die französische
Zucht. Ein späterer Schönheitszwinger war Anfangs der Siebziger auch
mit 2 Arbeitschampions (Nelko und Urf) dabei, und zwar der Zwinger
„du Mas des Lavandes“, der heutigen Präsidentin des französischen
Clubs, die Hunde hatten aber bei weiten nicht den Einfluss auf die spätere
Arbeitsmalinoiszucht wie die vorgenannten drei Zwinger. Flap alias
Blackie von Welkom, ein sehr schneller, sehr temperamentvoller Hund kam
stark durch seine Kinder Léopar –Léobaro und Nerk,Norban, Nesi und
Nesina v. Greenstraat in die Zucht. Léopars Tochter Orane Ventadour
wurde mit dem Nerksohn Quacha Mouscronnais verpaart. Aus Hündinnen
dieser Verbindung entstanden 3 sehr berühmte Zwinger und zwar
„Fontaine du Buis“ mit der Ringchampionhündin Utha Ventadour, „du
Domaine Caméléon“ mit Wurfschwester Ulla und schließlich die dritte
im Bunde: Uranie mit der im Noailleriezwinger gezüchtet wurde. Hunde
aus der Flaplinie waren sehr schnell und temperamentvoll, und sehr schön.
Oft jedoch sehr führersensibel. Später wurde in diese Linie das Blut
von Sirolnachkommen gekreuzt. Diese Hunde hatten einen sehr starkes
Wesen, vollen Griff. Zum ersten Mal wurde dieses Blut mit Xjelaba eingeführt,
sein berühmtester Sohn war Othar Noaillerie der 1981-84
Championatssieger im Französischen Ring wurde. Heute sind berühmte
Zwinger: Des Loups Mutins, Cami Catheric, Creux Thatcher, Loups
Mackenzie und weitere. Später wurde NVBK-Blut über Cibo Meulderhof mit
seinem berühmten Sohn Ultra Domaine Caméléon und sowie Nardo, genannt
Rocky eingeführt .Auch wurden verstärkt Hunde aus dem Deux
Pottoiszwinger importiert: z.B. Itusk und Ivan . In letzter Zeit sind
bekannte Hunde und Vererber Robin Fontaine Buis, Voltaire,Cheyenne Loups
Mutins, Dusty Clos Savoie und G’Bang Virginie. Schweiz: Der
berühmte Zwinger Colombophile fing mit Tervueren an, wechselte
dann auf Malinois. Erst war der Zwinger mehr schönheitsbetont, aber die
Hunde waren auch damals immer in SchH III geführt. Erste große
Erfolge auf Meisterschaften folgten. Nach dem Tod von Herrn Belet, übernahm
seine Frau den Zwinger, und stellte die Gebrauchshundezucht in den
Vordergrund. Dieses Jahr wurde Nelson Weltsieger in IPO III. Auch
entstanden neue Zuchten Bsp: Vigna Secca, u.a.
Holland: Die
wichtigsten holländischen Blutlinien bauen auf SIROL und seinen Bruder
STOUD auf. CABIL, CARRAK, und CRIQUETTE, sowie KIENER stammten aus
dieser Blutlinie. Viel Schnelligkeit, aber auch eine gewisse Schärfe
kam über GLADDY van de Purpere Heide von Jeff Vandenbroek in die Zucht.
Österreich: Es
began mit dem Import von Löwenfelshunden. Auch hier behauptete sich der
Malinois immer mehr auf Prüfungen. Später wurden Hunde aus dem Zwinger
Deux Pottois importiert, so im Zwinger „Siefeler Berg“, der auch
französische Linien hat und vor allem im derzeit
einflussreichsten Zwinger „le Bosseur“. Deutschland
: Der
erste eingetragener Malinois war Ruka aus Murky und Prisca von Turenfels.
Geboren wurde sie 1968 und wurde in SchH III geführt. Von dieser
Hündin besitze ich leider kein Bild, aber einen Richterbericht von der
Ausstellung in Colmar 1972, an der eine Sonderschau für BSH
angegliedert war. Die Richterin war Mme Deygas aus
Frankreich-Gebrauchshundeklasse: Vorzüglich 1-Ruka: Große Hündin mit
kompletten Scherengebiss. Gutes Haarkleid, rotbraun mit Charbonnage, flötenförmiger
Kopf, die Ohren sind zu lang, aber gut getragen, der Jochbeinbogen ist
etwas zu stark betont. Guter Körperbau, gute Gliedmassen und gute Rute.
Guter Ausdruck. Der Besitzer war recht engagiert und holte den Präsidenten
des französischen Klubs M. Wasels als Richter zur ersten deutschen
Spezialzuchtschau. Der erste Malinoiswurf in Deutschland fiel mit dieser
Hündin nach dem berühmten Arbeitsrüden Rusky am 10.1.71. Es waren 4/2
Welpen im Zwinger von der Malinoislodge Abbildung 52, Anja Malinoislodge.
Dann wurde die Hündin verkauft, es folgte 1974 der B-Wurf vom Bäckerstüble
und eine Hitze danach 1975 der C-Wurf. Bei beiden Würfen war Urgo de
Turenfels Abbildung 53 (Wiederholung von Abbildung 38), ein berühmter
Ring III-Finalist der Vater. Die Welpen wurden fast alle nach Frankreich
verkauft. Einfluss auf die deutsche Zucht haben sie bis heute und zwar
auf die deutsche Tervuerenzucht über den Bessie , welche Ring C (alte
Bezeichnung für Ring III) hatte und im Zwinger King Lorraine stand. Ihr
Nachkomme Pop Compagnons Vie ,ein Tervuerenrüde mit Ring III hatte
mehrere Würfe in Deutschland. Aber
in Deutschland wurde diese Linie nicht weiterverfolgt. Es folgt die
Episode Nasser: mit der Zucht v.d. Valleyer Höhe aus einer
Colombophilehündin. Herr Nasser importierte die erwachsene Hündin
Etoile du Colombophile und ließ sie von einem Colombophilerüden
decken, der Wurf fiel 1976. Die Hündinnen wurden öfters ausgestellt .
Der Rüde Andre wurde in die Schweiz verkauft . Seine Tochter Bessie
Firedancer Kennel wurde Mutter des Jugendsieger DM Bjelo Stutengarten.
Dann wurde der Rüde Molosse Abbildung 55 importiert. Dieser Hund
machte 50 mal die SchH III und war aus reinen Mouscronnaislinien. 1980
fiel dann bei seinem Besitzer im Zwinger Sonnenstück der A-Wurf nach
der französischen Importhündin Naja Bois Muguet. Eine Hündin aus dem
Wurf Anja hatte 1982 einen Wurf nach der einzigen Deckung von dem SchH
III-Rüden D’Jack Boscaille der im Besitz von Herrn Peter Engel war.
Aus diesem Wurf wurde Basti von der Hirtenfreude bekannt, die
VDH-Champion wurde und Zuchthündin im Zwinger Tettenbacher Schäferhof
war. Nun
kommt eine ganz große Zäsur in der deutschen Malinoiszucht. Diese
ist eins mit dem Namen Peter Engel. Dieser hatte mit langhaarigen
belgischen Schäferhunden angefangen. Leider hatte er bei seinen
Tervueren mit Gesundheitsproblemen und zu kämpfen und die Ausbildung
der Hunde war nicht einfach. Bei einer Fahrt zum Decken, anlässlich der
franz. Spezialzuchtschau, sah er eine Vorführung des französischen
Ringsports . Der Malinoisrüde, den er dort sah war der franz.
Arbeitschampion Tzar Ventadour. Er begeisterte sich für den
Malinois und diese andere Art von Schutzhundsport. Es folgte der Import
von 3 erwachsenen Hündinnen und eines Rüden Duchesse Lancaumont, noch
schönheitsbetont, Chris Boscaille, und die wichtigste Hündin für die
deutsche Zucht Erika deux Pottois. Am 1.10.81 fiel im Zwinger von Löwenfels
der erste Wurf aus Chris Boscaille , die noch in ihrem vorherigen
Zwinger von Cadix Boscaille gedeckt worden war. Am Anfang war noch eine
starke französische Blutführung über die Deckrüden, so z.B. Vicquy
Faubourg Postes-Othis Maison Neuve. Damals hatte Peter Engel noch
Interesse an rezessive Langhaarlinien , d.h. Tervueren aus
Malinoiseltern so z.B. Dick-Jago, Jury-Stammmutter der Arbeitstervueren
von der Roten Platte. Leider, als Tervuerenfreund muss ich das sagen,
ist er von diesen Linien abgegangen. Damals war die Entwicklung ihrer
Zeit voraus - heute gibt es viele solche Zuchten: Virlevent-Silver
Rail-Musher-Siefelerberg die mit Arbeitstervueren aus Malinois züchten.
Probleme mit dem damaligen Klub dem DKBS, der kein Interesse am
Hundesport hatten, folgten. Es konnte kein Konzept über eine Generation
hinaus entwickelt werden. Dies führte zur Bildung des DMC. Erst
erfolgte die Eintragung der Welpen ins VDH-Zuchtbuch, dann in das eigene
DMC-Zuchtbuch. Peter Engel und weitere importierten nun viele Deux
Pottoishunde. Nun war die Zeit der belgischen Deckrüden, die alle
Legende sind: G’Vitou Abbildung 60-Haddock-Eik/ dann folgte von
G’Bibber und seine Söhnen, später wurden holländische Linien über
Sorba Hoveld in die deutsche Zucht eingeführt. Anfangs wurden die Löwenfelshunde
viel nach Frankreich verkauft, am bekanntesten wurde der Europasieger
und franz. Arbeitschampion Fico Löwenfels. Anfang der Achtziger entstand 1983 der Zwinger von der Wirthsmühle mit der französischen Importhündin Sarah Compagnons Vie. 1984 begann der Zwinger von Kronenbühl mit einer unerlaubten Mischpaarung seines uralten Tervuerenrüden Boris von Hassenstein mit der belgischen Importhündin Gene Deux Pottois. Wichtig war dann der B-Wurf von Gene mit Haddock Deux Pottois mit Basti, Finalistin der franz. Meisterschaft in IPO III und Zuchthündin sowie Boris der 1991 am französischen Selectif im Ring teilnahm. Langsam entstanden Nachfolgezuchten aus den vorhandenen Löwenfelshunden: der wichtigste war der Zwinger vom Roten Falken, leider ist der Züchter verstorben, aber der Zwinger steht derzeit im Zenit des Leistungssports. Weiter entstanden Ende der Achtziger/Anfang der Neunziger folgende Zuchten: Von der Wautz, des Teutonnes, Breuker Heide, Bonum bono, Airport Hannover, Schneller Fuchs, Forsthaus Augustdorf, von den bösen Buben um einige wichtige zu nennen. Auch in den neuen Bundesländern entwickelten sich Zuchten: Greifenring, Ihleburg und Haus Penz, sowie andere. Zwei
wichtige Hunde formten die deutsche Malinoispopulation:die 2 gekörten
Rüden: Oskar Löwenfels und Koloss Deux Pottois . Lange Jahre
bestimmten diese zwei Hunde deutlich die deutsche Zucht. 1986
nahm zum ersten Mal ein Malinois bei der DM teil, es handelte sich um
Gayal Deux Pottois. Ein Jahr später starteten schon 3 Hunde, Gayal und
Harro Deux Pottois und Duc. Gayal wurde dabei deutscher Meister. In den
folgenden Jahren starten meistens 3 Malinois . 1990 wiederholte
sich der Erfolg. Igor Löwenfels in amerikanischen Besitz wurde
deutscher Meister und Bjelo Stutengarten, deutscher .1991 waren dann
schon 12 Hunde gemeldet, davon 5 aus dem Zwinger von Löwenfels. 1992
waren DM und Vizemeister aus deutscher Malinoiszucht. Es handelte sich
um Sam Löwenfels und Alpha Lehrbacher Schloß. Ein Jahr später
waren wieder mehr Malinois gemeldet, 19 Stück dabei wurde Platz 1 bis 4
wurde von ihnen gewonnen. 1993 wurde Onix Löwenfels DM und Sam Löwenfels
Vizemeister. Ein Jahr darauf war wieder Sam DM. 1995 gewann zum ersten
Mal eine Malinoishündin Zahra Löwenfels.1996 gewann seit langer Zeit
einmal wieder ein DSH.1997 gewann Emir Teutonnes vor Atra Wautz.
Inzwischen sind die Malinois die zahlenmäßig am stärksten vertretene
Hunderasse auf der deutschen Meisterschaft.1998 und 1999 gewann Klemm
roten Falken,1999 wurde der amerikanische Rüde Shane of Vitosha
Vizemeister. Weiterer
Verbreitung des Malinois: USA: Diese kaufen derzeit fleißig europäische Gebrauchshundemalinois auf, anfangs Löwenfelshunde, dann belgische Deux Pottois-Hunde und jetzt v.A. franz.und holländische Tiere. Das neben dem Schutzhundesport nun auch Mondioring und französisch-Ring gearbeitet wird hat sicher mit der zunehmenden Beliebtheit des Malinois zu tun. Man muss jedoch auch die Problematik sehen: die Kommerzialisierung des Hundes, es werden hohe Preise für ausgebildete Spitzenhunde bezahlt, so werden Finalisten aus Frankreich gekauft, was früher unmöglich war. Bsp. Finaliste Eyra Calvaire Acacias nach Deutschland und Ch. Travail campagne Duc Creux Thatcher in die USA. Skandinavien:
Bekannt
bei uns, mit viel deutscher Blutlinienführung: der Zwinger Daeneskjoeld
aus Danemark, in Schweden der Zwinger Blackneck’s. Die
Trennung in Schönheits-und Leistungszucht: Anfang
der Siebziger Jahre war die Trennung Arbeits- und Schönheitshunde noch
nicht so vollzogen wie heute. Qu’Rack Bois Emblise Abbildung 77 aus
belgischer Kennelzucht ist noch Kennern von Arbeits- und Schönheitslinien
bekannt. Aber seither ist ein starker Bruch. In Berlin hatten wir ein
sehr interessanten Vortrag eines belgischen Schönheitsrichter für BSH,
der anlässlich der großen CACIB Schau in Berlin richtete. Er erzählte
viel vom Typ und Ausdruck des Belgiers, kannte sich bestens in den
Malinoislinien aus, sprach viel vom berühmten Zwinger Assa Abbildung
78. Aber er kannte und erwähnte die großen Gebrauchshundevererber
nicht, wie Sirol, Cartouche und G’Bibber zum Beispiel. Diese Welten
der Schönheits- und der Gebrauchshundezucht sind im Moment getrennt und
beide Seiten haben kein großes Interesse miteinander in Kontakt zu
kommen. Die Schönheitszucht findet zur Zeit v.A. in Belgien und
Frankreich statt. Zwei Zwinger haben da vor allem Einfluss, sie verfügten
durch teilweise recht enge Inzucht über einen sehr einheitlichen Typ.
In Belgien: „du Maugré“, ein Zwinger der aufgehört hat , aber
dessen Linien in vielen heutigen Zuchten zu treffen sind, wie z.B.
Hameau St. Blaise und in Frankreich mit großen Erfolg zur
Blutauffrischung von Mas des Lavandes-Hunden verwendet wurde. Wichtig
noch der Zwinger Terre Aimée Abbildung 79 mit 2 verschiedenen
Linien eine Schönheitszucht von der Frau Varlet und Arbeitshunde vom
berühmten Herrn. Varlet, der Meinesserachtens das beste Buch über
belgische Schäferhunde geschrieben hat. Auch Skandinavien , England,
Italien haben Schönheitszuchten . Insgesamt ist aber in der Welpenzahl
im Vergleich zu den Arbeitshunden verschwindend gering.
Zum
Abschluss: wie lässt sich der Siegeszug des Malinois erklären: Die
sehr unterschiedliche Arbeitsprüfungen im Hauptverbreitungsgebiet
liegen geographisch dicht beieinander (KPVN-SchH-Belg Ring-Französisch
Ring). Kein Land hat zu starkes organisatorisches Übergewicht, wie bei
ähnlichem Verbreitungsgebiet der DSH hat. Dies ist schon gar nicht von
den uneinigen Belgiern zu erwarten. Dadurch erfolgt in
verschiedenen Ländern eine verschiedene Selektion auf einen
verschiedenen Hundetyp. Vielseitig mit Nasenarbeit und die entsetzlich
akkurate Unterordnung - der Schutzhund - im Gegensatz der knüppelharte
KPNV -Hund der starke Stockschläge aushalten muss- der
selbstbewusste , unbekannte Konfliktsituationen bewältigende belgische
Ringhund und der schnelle spektakuläre französische Ringhund, nicht zu
vergessen die hohen Sprunganforderungen, bei den 2 letzten Disziplinen. Ein
ungeheures genetisches Potential wird auf verschiedene Eigenschaften ländermässig
unterschiedlich selektiert - beispielsweise auf festen Griff in
Deutschland - hohes Sprungvermögen - Frankreich, Belgien. Mein
Plädoyer: Lasst uns diese Vielseitigkeit behalten, gerade deshalb
eignet sich der Malinois für so vieles, weil nicht nur eine Art der
Hundeausbildung als die einzige Wahrheit gilt. Heute
steht der Malinois einzigartig da, bei den meisten
Arbeitsveranstaltungen ist der Hund dabei, fast immer ist er in den
oberen Plätzen zu finden. Seit den Siebziger Jahren erfolgte zuerst in
Frankreich eine ungeheure Zunahme der Wurfzahlen, später auch in
anderen Ländern . Das zieht Verantwortung mit sich, denn für jeden
Malinoiswelpen muss auch der richtige Besitzer gefunden werden und nicht
zu jedem passt ein Malinois.
Quellenangabe:
Jean-Marie Vanbutsele : A hundred years of history of the BSH
Jean-Marie Vanbutsele : About Snap a great Malinois
Jean-Marie Vanbutsele : Never any other breed
Jean-Marie Vanbutsele : The Malinois Tjop and Dewet
Georges Van Ceulebroeck: L’Histoire du Berger Belge
Von Stephanitz: Der deutsche Schäferhund in Wort und Bild
Karl Hermann Finger : Hirten- und Hütehunde
André Varlet/ Philippe de Wailly: Les Bergers Belges
Erna Bossi: Der belgische Schäferhund und seine Geschichte
Mme Aubry: Le berger belge
Mme Aubry: le berger belge Tome 2
Yves Surget: Le chien du berger belge Zeitschriften: sans laisse, clubnachrichten, der Malinois
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