Eindrücke ....

Eindrücke

Aus dem Buch "War ich nicht tot genug ?" von Zebin Gernlach ISBN 3-89811-875-4

... Vorwort(vom Sohn)
Aber man wacht ja zum Glück irgendwann auf, oder wird sogar von einem lieben Menschen geweckt. Aber was, wenn man mal nicht aus so einem Alptraum aufwacht ? Und es weckt einen auch niemand...Meine Mutter war volle zehn Wochen in einem solchen Alptraum gefangen. Sie konnte nicht weglaufen, nicht um Hilfe schreien, die Tür hinter sich verrammeln, sie war nämlich gelähmt. Völlig unfähig auch nur die Augen zu bewegen"...

... Auszüge aus Alpträumen:...Ich kam in eine hellgrüne viereckige Röhre aus Sperrholz...Ich konnte mich nicht bewegen. Es war schlimm, daß ich da einfach rein gesteckt wurde. Jeder konnte mich einfach holen, auch gegen meinen Willen. Ich hatte Angst zu sterben, bzw., daß ich umgebracht werde...

...Ich lag sehr unbequem auf einem rundem Bett, es hatte in der Mitte einen dicken Mast, an dem ich mit der rechten Hand gefesselt war...

... Da tauchte ein Schatten auf. Ich erkannte in dem Schatten sofort eine Person, die ich genau kannte, es war der Schatten von...

...Ich war gar nicht tot, denn ich hörte das Martinshorn des Wagens...

...Der Raum war dunkel und lag rechts oberhalb des anderen Raumes, in dem wir sonst waren. Ich lag dort alleine. Es kam selten jemand in den Raum. (vermutlich besonders beobachteter Raum oder Sterbezimmer )...

...Ich spürte, wie B., ein Früh-Reha Krankengymnast, an meinem Kopf massierte. Ich fühlte mich wohl dabei. Es passierte, was ich dachte: Es war endlich soweit... " Der Knoten war gelöst". Ich lachte das erste Mal, war zufrieden, spürte, daß jetzt eine andere Zeit begann. Es war für alle ein Aufatmen...

...Ich hatte Angst vor dem Test, wußte nicht, ob ich das durchstehen würde. Ich glaubte nicht daran.

Begleitender Traum: Test
Ich wurde am kleinen Finger einer Hand nach oben gezogen...

... Bei unverheirateten Paaren geht die Beziehung in solchen Fällen leider oft zu Ende. Da kann ich nur sagen: "Mach dir nichts vor, es war keine echte Liebe!"...

... Alptraum Schluß, aus, vorbei ! Ich war erneut in der Situation zu sterben. Ich hatte keine Lust mehr, mich anzustrengen, um die Kraft aufzubringen, doch noch zu überleben. Ich traf die Entscheidung zu sterben. Ich träumte, ich wollte jetzt sterben...

... Geistig behindert ?
Ich glaubte nicht, daß ich im Krankenhaus sei.
Ich glaubte, ich befände mich in einem Haus für geistig Behinderte.
Ich hatte mehrere Gründe, für diese Annahme...

...Monstershow
Es war Haupt- Ab- und Anreisetag der Reha-Patienten. Da wir uns zentral im Durchgangsflur aufhielten, mußten alle Patienten und Besucher an uns vorbei. Manche Leute haben wir sicher durch unseren Anblick geschockt. Das war aber nicht unsere Absicht, denn für uns war unser Anblick schon normal, aber die Neuankömmlinge wußten gleich, dass hier mal ein Rolly mit einem Spasty entgegenkommen kann...

...Sappeln, wie ein Buch

Sprachheiltherapie
ist ja sooooooooooooooo wichtig!

Ich wachte sprachlos auf ! Ich glaube, ich wäre lieber tot, als mich nicht mitteilen zu können.

100 Muskelbewegungen erzeugen einen Laut; dadurch können 15 Laute pro Sekunde entstehen, d.h. 50 bestehende Muskelpaare mußten zum Sprechen neu aktiviert werden.

Zum Glück erfuhr ich erst später davon, sonst hätte ich "die Flinte gleich ins Korn geworfen" ...

...Es geht mir nur äußerlich sichtbar schlechter, aber innerlich habe ich an Selbstbewußtsein gewonnen. Die Krankheit hat psychisch eine gewaltige Umwandlung bewirkt, aber das negative äußere Manko (spastische Halbseitenlähmung) erhielt ich als kostenlose Beigabe dazu."...

... Zeichne ich eine Sinuskurve geht der Weg hinauf und hinunter und kreuzt dabei immer wieder den harmonischsten Punkt, die Mittellinie. Darum sind wir am gesündesten, je näher wir dem Ideal Mittellinie sind. Die sehr gleichmäßigen Sinuskurven bedeuten Bewegungen im Leben in der Form von negativ und positiv...