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Tipps kompakt I - P

 

 

INDISCH: Versucht man, sich den indischen Gepflogenheiten anzupassen, wird das überaus positiv aufgenommen. Wenn man zum Beispiel mit der rechten Hand richtig isst, sich davor und danach die Hände wäscht, ein Chapati mit einer Hand zerreißen kann und nach dem Essen etwas Fenchel zur Verdauung nachisst, erntet dies sicherlich bewundernde Anerkennung von Indern.

 

Auf dem Markt von Mysore

 

 

INTERNET: Der Kontakt zur zurückgebliebenen Heimat ist im heutigen elektronischen Zeitalter wirklich kein Problem mehr. Das Internet relativiert mittlerweile Distanzen und während es in Europa unter Umständen schwierig sein mag, ein Internetcafé zu finden, ist das in Indien kein großes Problem. Seit 1998 sind die Internetcafés in ganz Indien regelrecht aus dem Boden geschossen, in Städten standen sie um die Jahrtausendwende teilweise Tür an Tür oder es gibt zumindest mehrere in jeder Straße. Auf dem Land waren sie zwar nicht so häufig, aber doch noch relativ stark vertreten. Eine Stunde surfen kostete zum Beispiel in Mysore unter 50,-- Rupien, in Bangalore etwa 60,-- Rupien, in Kerala und städtischen Zentren konnte es auch zwischen 100 und 200 Rupien kosten. 

Bei meinem letzten Indienbesuch war ich überrascht, dass es viele Internetcafés, die ich noch Jahre zuvor besucht hatte, schlichtweg nicht mehr gab. Anfangs dachte ich an Zufälle, mittlerweile glaube ich aber, dass mittlerweile jeder Inder, den es interessiert, Internet zuhause hat. Warum sollte man dann noch in ein Lokal gehen um zu surfen? Ich denke, dass viele Internetcafés Pleite gingen oder dass die Eigentümer auch keine Lust mehr hatten.

Nun muss man sich also nach den Internetcafés oft durchfragen oder die Gelegenheit beim Schopf packen, wenn man zufällig bei einem vorbeispaziert. Dafür sind die Preise regelrecht eingebrochen. Am Bahnhof von Bangalore kann man um weniger als 30 Rupien eine Stunde lang surfen, in Trivandrum auch schon um 15 Rupien. Und die Verbindungen sind nun wirklich schon ASDL-mäßig. Also Respekt vor diesem großen Sprung, der in den letzten Jahren gemacht wurde!

 

 

KLOHAND: Eine der obersten Regeln im Umgang in Indien ist es, die rechte Hand zum Begrüßen, Essen, usw. zu benützen - niemals die linke. Die linke Hand spart man sich nämlich für weniger appetitliche Dinge auf wie z.B. das Poabwischen. Toilettenpapier gibt es nur in den allerseltensten Fällen. Stattdessen stehen neben jeder indischen Toilette üblicherweise ein oder zwei Kübel, daneben ein Wasserhahn und das dürfte eigentlich schon alles erklären. Zuerst das "Geschäft" verrichten, danach mit der linken Hand das "Geschäft" beseitigen.

Eine gute Methode, auf diese indische Art umzusteigen: eine einzige Toilettenpapier-Rolle von zuhause mitnehmen und sich damit zwingen umzusteigen. Ich habe aber auch ganz neue innovative indische Arten gesehen, wie man das umgehen kann: Es gibt schon Wasser aus Schläuchen mit „Hochdruckdüsen“, mit denen man alles "wegspritzen" kann. Schon viel hygienischer.   ;-)

Diese Methode wird aber wahrscheinlich nur anwenden, wer lange Zeit unter einfachen Umständen in Indien bleiben wird. Alle anderen werden entweder ausreichend Klopapier von zuhause mitnehmen oder welches in Indien kaufen. Und wer sich fragt, warum Inder kein Klopapier nehmen, hier vielleicht die Antwort: 4 Klorollen kosten unglaubliche 150 Rupien, das Dreifache eines üppigen Essens.

 

KULTURSCHOCK: Jeder Reisende erlebt früher oder später den berühmten "Kulturschock" und zwar einfach deswegen, weil Indien von unserer Gesellschaft so grundverschieden ist. Jede/r Indienreisende wird mehr oder weniger einige Wochen brauchen, um sich richtig einzuleben, dann erscheint vieles normal.

 

 

Allesfresser: Was auch immer auf den Straßen herumliegt, Kühe fressen es garantiert.

 

MÜLL: Woran man sich in Indien vielleicht gewöhnen muß, ist der omnipräsente Müll, denn er wird prinzipiell dort fallengelassen, wo er anfällt. Egal ob das die Erdnussschalen im Zugabteil, der Plastiksack auf der Straße oder sonst was ist - alles liegt auf den Straßen herum.

 Interessant ist, daß die öffentliche Hand nicht daran ansetzt, das Wegwerfverhalten der Leute zu ändern, sondern es werden Verbote ausgesprochen. In manchen Gegenden ist es deshalb verboten, Plastiksäcke in Umlauf zu setzten (!). Das bedeutet, daß man in verschiedenen Gegenden nirgends eine Einkaufstasche aus Plastik in den Geschäften bekommen wird, nur Papiertüten oder die Lebensmittel werden in Zeitungspapier eingewickelt (soweit man sich davor nicht ekelt...).

Manchmal ist es besser, nicht zu wissen, wohin der Müll der Stadtbevölkerung kommt. In Mysore beispielsweise (siehe Bild unten) gibt es entlang der südlichen Ausfallstraße eine riesige Müllhalde, auf die ohne Ausnahme alles kommt. Binnen weniger Stunden treibt der Wind die leichten Plastikfetzen in alle Richtungen, dadurch ist die Umgebung mit Plastikfetzen und sonstigen Müllresten übersät.